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ein Ring dunkler Materie

Leben im All: Es ginge auch anders

War die Wissenschaft bei der Suche nach extraterrestrischem Leben zu sehr auf irdische Vorbilder fixiert? Forscher wollen nun ausloten, welche Lebensformen abseits der üblichen Kohlenstoffchemie in wässriger Lösung möglich sind.

Exobiologie 05.11.2009

Zu diesem Zweck wurde die universitäre Plattform "Alternative Solvents as a Basis for Life supporting Zones in (Exo-) Planetary Systems" - kurz Exolife - von den Physikerinnen Maria Firneis und Regina Hitzenberger (beide Uni Wien) ins Leben gerufen.

Silizium zu unflexibel

Im Prinzip ist jegliches bekanntes Leben auf der Erde nach dem gleichen Muster gestrickt. So dienen durchwegs Kohlenstoff-Atome als Grundgerüste der Lebensmoleküle. Als Lösungsmittel, in dem etwa Stoffwechselvorgänge ablaufen dient - ebenso universell - Wasser. "Doch das muss nicht immer und überall so sein", erklärte Johannes Leitner, Mitarbeiter von Firneis gegenüber der APA.

Als alternatives Grundgerüst für Lebensmoleküle wird - nicht zuletzt in der Science Fiction-Literatur - immer wieder Silizium genannt. Aber gerade das hält Leitner für eher unwahrscheinlich. "Solche Verbindungen wären sehr starr und beispielsweise mit einer Evolution schwer zu vereinbaren", so der Astronom.

Alternative Bindungspartner

Was nun ausgelotet werden soll ist daher weniger der Ersatz der Kohlenstoffes, sondern von Kohlenstoff-Partnern. Die Kombination aus Kohlenstoff und Sauerstoff - wie bei irdischen Lebensformen - hat beispielsweise den Nachteil, dass sie nicht sehr hitzestabil ist. Bei einer Kombination aus Kohlenstoff und Stickstoff würde die Sache schon wieder anders aussehen.

Lösungsmittel gesucht

Ersatz von Wasser durch alternative Lösungsmittel ist ein weiteres heißes Thema der Plattform. Als solche kommen etwa Ammoniak, Formamid oder auch Schwefelsäure in Frage. Schwefelsäurewolken werden beispielsweise auf der Venus nachgewiesen. Wäre in solchen Substanzen irgendeine Form von Leben möglich - und sei es noch so fremd - würde sich die Zahl der möglichen bewohnten Orte im Universum deutlich erhöhen. Auch die relativ engen, sogenannten habitablen Zonen innerhalb von Planetensystemen könnten zu "Life supporting Zones" erweitert werden.

Ein eigenes Problem ist allerdings, wie man derart exotisches Leben auf fremden Planeten und Monden nachweisen könnte. Bisher gelingt es nicht einmal, sicher zu sagen, ob ein ferner Himmelskörper mit Leben in uns bekannten Bahnen gesegnet ist. Den Wissenschaftlern um Firneis sei es jedenfalls ein Anliegen "den astronomischen Geozentrismus" aufzubrechen - und die Suche nach Spuren von Leben im All zu erweitern.

science.ORF.at/APA