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Plastikchemikalie führt zu Erektionsproblemen

Intensiver Kontakt mit Plastikwaren kann einer Studie zufolge bei Männern zu Erektions- und Ejakulationsproblemen führen. Grund dafür: die Chemikalie Bisphenol A (BPA).

Medizin 13.11.2009

Sie habe bei Untersuchungen in einer chinesischen Fabrik eine deutliche Steigerung dieser Probleme gezeigt, berichteten US-Forscher. Es handelt sich demnach um die erste Studie zu den Auswirkungen von BPA auf die Fortpflanzungsfähigkeit beim Menschen, nachdem der Stoff bisher vor allem wegen einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch Babyschnuller und -nuckel für Schlagzeilen sorgte.

Chemiearbeiter untersucht

Für die neue Studie in "Human Reproduction" untersuchten die Forscher 634 Arbeiter in China. Ein Teil von ihnen arbeitete in einer Fabrik, in der BPA in großen Mengen in der Produktion eingesetzt wird. Bei dieser Gruppe waren Erektionsprobleme viermal so häufig wie bei Arbeitern, die nicht mit BPA in Kontakt kamen.

Die Häufigkeit von Ejakulationsproblemen lag sogar um das Siebenfache höher. Die BPA-Dosen, denen die betroffenen Arbeiter ausgesetzt waren, lagen laut den Forschern um das 50-Fache über dem Durchschnittswert bei US-Bürgern.

"Wirft Fragen auf"

Die Wissenschaftler forderten nun Studien, bei denen die Belastung der Testpersonen mit BPA geringer ist, "um den Einfluss auf das männliche Fortpflanzungssystem in der Bevölkerung besser einschätzen zu können", erklärte Mitautor De-Kun Li, der für den Krankenversicherer Kaiser Permanente im US-Bundesstaat Kalifornien tätig ist. "Diese Studie wirft die Frage auf, bis zu welchem Niveau BPA ohne Gefahr für die Gesundheit ist."

BPA kann Hirnentwicklung stören

2008 hatte eine Untersuchung des staatlichen US-Gesundheitsinstitut (NIH) gezeigt, dass BPA schwere Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns bei Föten und Neugeborenen haben kann. Im vergangenen März verpflichteten sich daraufhin sechs große US-Anbieter von Babyschnullern und Nuckeln, bei der Herstellung kein BPA mehr zu verwenden.

US-Abgeordnete brachten kurz darauf einen Gesetzesentwurf ein, der die Nutzung von BPA bei allen Arten von Lebensmittelbehältern verbieten soll. Der Stoff wird aber auch in anderen Bereichen benutzt, unter anderem bei Zahnersatz.

science.ORF.at/APA/AFP