Standort: science.ORF.at / Meldung: "Superlichtquelle in Deutschland eröffnet"

Gleißender Lichtstrahl

Superlichtquelle in Deutschland eröffnet

Eine der weltweit modernsten Anlagen zur Erforschung kleinster Materialstrukturen ist am Montag in Hamburg offiziell eröffnet worden. Von dem besonderen Röntgenlicht von PETRA III erhoffen sich die Forscher am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) neue Einblicke in die Struktur von Proteinen und Nanomaterialien.

teilchenphysik 16.11.2009

"Ich bin sehr gespannt darauf, was Sie mit dem Röntgenlicht von PETRA III herausfinden werden", sagte die deutsche Bundesforschungsministerin Annette Schavan bei der Eröffnungsfeier auf dem Campus des Deutschen Elektron-Synchrotrons.

Für PETRA III wurde in knapp zweieinhalb Jahren ein 2.300 Meter langer unterirdischer Beschleunigerring modernisiert und eine rund 300 Meter lange Experimentierhalle neu gebaut. Bund und Stadt investierten insgesamt 233 Millionen Euro.

Feinster Röntgenstrahl der Welt

Bei der 1959 gegründeten und heute zur Helmholtz-Gemeinschaft gehörenden Forschungseinrichtung DESY arbeiten 1.900 Mitarbeiter. Der zu 90 Prozent vom deutschen Bund getragene Jahresetat beträgt 192 Millionen Euro.

PETRA III (Positron-Elektron-Tandem-Ring-Anlage) - hat nach DESY-Angaben bereits im Probetrieb einen Rekord aufgestellt. Die Anlage erzeugte den feinsten Röntgenstrahl der Welt. Mit dem besonders scharf gebündelten und hellen Röntgenlicht können Biologen die Anordnung der Atome von Proteinen betrachten oder Materialforscher die Struktur von Nanomaterialien analysieren.

Die Anlage erzeugt sogenannte Synchrotronstrahlung, indem sie schnelle elektrisch geladene Teilchen mit Magneten auf einen Schlingerkurs schickt. Das so entstehende Röntgenlicht ist besonders hell und scharf gebündelt - Forscher sprechen von hoher Brillanz.

In der neuen Experimentierhalle, deren Betongrundplatte von der Umwelt entkoppelt ist, damit kein Bild verwackelt, können Wissenschaftler aus aller Welt an 14 Messplätzen gleichzeitig arbeiten. Die Platte ist 280 Meter lang, 24 Meter breit und einen Meter dick ist. Sie ist laut DESY die längste Betonplatte der Welt aus einem Guss.

science.ORF.at/dpa

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