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Bild der spiralförmigen Galaxie Messier 81.

Dreimal Österreich in einem "Nature"

In Zeiten von Vancouver 2010 muss man die aktuelle Ausgabe von "Nature" schon fast olympisch nennen: Gleich drei Studien mit österreichischer Beteiligung sind diese Woche im britischen Fachjournal publiziert worden.

Veröffentlichungen 18.02.2010

Gammastrahlen, T-Zellen und Magenkeime

Die erste beschäftigt sich mit kosmischen Jets, jenen gewaltigen Gasströmen, die aus Schwarzen Löchern entfernter Galaxien austreten können. Die Gammastrahlen, der dominante Teil der Jetstrahlung, entstehen laut einer umfangreichen Astronomengruppe, an der auch Anita Reimer und Olaf Reimer von der Universität Innsbruck beteiligt sind, viel weiter entfernt vom Schwarzen Loch als bisher gedacht. "Wir hatten erwartet, dass die Gammastrahlen etwa ein bis zwei Lichttage vom Schwarzen Loch entfernt produziert werden. Nun weisen die Daten aber eher auf ein Lichtjahr Entfernung hin", fasst Anita Reimer die Resultate ihrer Studie zusammen.

Die zweite Publikation nimmt Aspekte des Immunsystems ins Visier: Mehrere Forscher vom Institut für Biophysik der Universität Linz haben dabei das Bindungsverhalten von T-Zellen-Rezeptoren an Antigene untersucht.

In der dritten Veröffentlichung geht es um das Magenbakterium Helicobacter pylori, das die Hälfte aller Menschen bewohnt und bei vielen Gastritis und Magengeschwüre auslöst. Eine Gruppe, an der auch Peter Stadler vom Institut für Theoretische Chemie der Universität Wien beteiligt ist (mittlerweile v.a. an der Uni Leipzig), hat darin das Transkriptom des Magenkeims vorgestellt, also die Gesamtheit der RNA-Moleküle in einer Zelle. Ihre Karte könnte als Vorbild für eine Reihe weiterer Organismen dienen.

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