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Uralter Lederschuh mit Bändern

Der älteste Lederschuh der Welt

Archäologen haben in einer armenischen Höhle den ältesten Lederschuh der Welt ausgegraben. Nach heutigen Maßstäben hätte der Schuh Größe 37 - mit einem Alter von rund 5.500 Jahren ist er sogar einige Jahrhunderte älter als die Fußbekleidung der Gletschermumie "Ötzi".

Archäologie 10.06.2010

"Ich war begeistert, dass sogar die Schuhbänder erhalten sind", sagte die Doktorandin Diana Sardarjan vom Institut für Archäologie der Kaukasus-Republik. Sie gehört zu dem internationalen Forscherteam, das den Fund im Fachjournal "PLoS One" vorstellt.

Versteckt unter Schafdung

Die antike Fußbekleidung ist 24,5 Zentimeter lang, bis zu 10 Zentimeter breit und passt einem rechten Fuß. "Wir wissen nicht, ob der Schuh einem Mann oder einer Frau gehörte", sagte der federführende Autor Ron Pinhasi vom University College im irischen Cork. Männer seien damals deutlich kleiner gewesen als heute, weshalb der zierliche Schuh auch ihnen gepasst haben dürfte.

Uralter Lederschuh mit Bändern

Boris Gasparian, Institute of Archaeology and Enthography, National Academy of Sciences, Armenia

Das Fundstück aus Armenien.

Der Fund lag unter einer dicken Schicht Schafdung und sei wegen des kühlen und trockenen Klimas in der Höhle im Süden des Kaukasus-Staates in perfektem Zustand. Deshalb dachten die Forscher anfangs, der Schuh sei lediglich einige hundert Jahre alt. Doch Tests in Großbritannien und den USA belegten schließlich die Sensation - der Schuh stammt etwa aus dem Jahr 3.500 vor Christus und ist rund 1.000 Jahre älter als die Große Pyramide von Giseh in Ägypten.

Aus einem Hautstück gefertigt

Der Schuh sei aus einem einzigen Stück der Haut eines Schweins oder eines Stiers gefertigt worden, hieß es. Daneben fanden sich unter anderem ein zerbrochener Krug und Ziegenhörner. Als älteste Fußbekleidung der Welt überhaupt gelten etwa 7.500 Jahre alte Sandalen aus Pflanzenmaterialien, die vor mehreren Jahrzehnten im US-Bundesstaat Missouri entdeckt worden waren.

Mode überdauerte bis ins 20. Jhdt.

Aufregend ist der armenische Fund aus dem Jahr 2008, dessen Alter erst jetzt ermittelt wurde, für die Wissenschaftler auch, weil ähnliche Schuhe noch bis in die 1950er Jahre auf den westirischen Aran-Inseln getragen wurden. Die Herstellungsart und der Stil zeigten, dass solche Schuhe über Jahrtausende in den unterschiedlichsten Regionen getragen worden seien, sagte Pinhasi.

Ob dem Fundort in der Provinz Wajotz Dsor im Grenzgebiet zur aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan vor Jahrtausenden eine besondere Bedeutung zukam, ist noch unklar. Es gebe in der Höhle auch Kindergräber, sagte Pinhasi. "Aber es ist so wenig bekannt über diesen Zeitraum, dass wir nicht mit Sicherheit sagen können, warum alle diese Objekte hier gefunden wurden." Nun sollen auch die zahlreichen anderen Räume der Areni-1 genannten Höhle genau untersucht werden.

science.ORF.at/dpa

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