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Ein Fiakerpferd dreht sich um, auf dem Wagen platziert eine österreichische Fahne.

Tierlieb, aber Wissenschaft unwichtig

57 Prozent der Österreicher ist es im täglichen Leben unwichtig, etwas über Wissenschaft zu wissen. Das ist laut einer neuen Eurobarometer-Umfrage der zweifelhafte Spitzenplatz unter 27 Ländern. Dafür ist kaum ein Land so tierlieb wie Österreich.

Umfrage 21.06.2010

Am wissbegierigsten erwiesen sich laut der am Montag in Brüssel veröffentlichten Umfrage die Schweden, wo der Prozentsatz bei lediglich 20 lag.

Die Studie:

Eurobarometer 340: Science and Technology (pdf-Datei, 10 MB). Für Österreich gibt es ein eigenes Factsheet.

Hinter Österreich folgen die Slowakei (53 Prozent), Estland (51 Prozent), Griechenland und Bulgarien (je 45 Prozent). In Deutschland ist Wissenschaft nur einem Drittel unwichtig, in den Niederlanden einem Viertel.

Hälfte ist uninformiert

In der Umfrage wurde eine Reihe von Aussagesätzen bewertet. Österreich lag dabei in mehreren Kategorien unter dem EU-Durchschnitt. So sind hierzulande 21 Prozent "sehr an neuen wissenschaftlichen Entdeckungen und technologischen Entwicklungen interessiert", im EU-Schnitt sind es 30 Prozent. 51 Prozent der Österreicher geben an, diesbezüglich "gar nicht auf dem Laufenden zu sein", in der EU sind es durchschnittlich nur 38 Prozent.

Während in Österreich nur 40 Prozent glauben, dass Wissenschaft und Technologie eine wesentliche Rolle für den Umweltschutz spielen können, sind es im EU-Schnitt immerhin 54 Prozent.

Dementsprechend ist auch die Haltung zur Fördermaßnahmen. Mit der Aussage "Forschung, die zu Wissen beiträgt, sollte durch die Regierung gefördert werden" sind nur 48 Prozent der Österreicher einverstanden, das ist der letzte Platz. Beim Spitzenreiter Norwegen sind es 87 Prozent, im EU-Schnitt 72 Prozent. In Österreich finden auch nur 22 Prozent die Investitionen der Europäischen Union in die Forschung zu gering, im EU-Schnitt sind es 31 Prozent.

Glaube an Gesundheitseffekte

Insgesamt zeigen sich hierzulande "wissenschaftsfernere" Ansichten. Allerdings gibt es auch Gegenbeispiele. So glauben 64 Prozent der Österreicher daran, dass Wissenschaft und Technologie unser Leben gesünder macht. Das ist gemeinsam mit Frankreich der vierte Platz. Hier liegt Schweden unangefochten mit 76 Prozent an der Spitze, am unteren Ende liegt hier überraschenderweise Deutschland (37 Prozent).

Noch besser sieht es für Österreich bei der Frage aus, ob die natürlichen Ressourcen der Erde dank der Vorteile von Wissenschaft und Technologien unerschöpflich werden könnten. Hier liegt die Alpenrepublik mit einer Zustimmung von 30 Prozent an zweiter Stelle hinter Bulgarien (38). Schlusslicht ist in diesem Bereich Finnland, wo dies nur elf Prozent glauben.

Wenig Verständnis für Tierversuche

Wenig überrascht das gute Abschneiden der Österreicher bei der Tierliebe mit Rang zwei hinter Luxemburg. Auf die Frage, ob Wissenschaftlern erlaubt werden soll, Tierversuche beispielsweise an Mäusen, Hunden oder Affen durchzuführen, wenn dies der Gesundheit für den Menschen zu Gute kommen kann, waren nur 52 Prozent der Österreicher dafür. Niedriger ist der Prozentsatz mit 49 Prozent lediglich in Luxemburg.

Am öftesten wird die Frage in Lettland und Spanien (je 75 Prozent), Litauen und Dänemark (je 78 Prozent) sowie Estland (81 Prozent) bejaht.

science.ORF.at/APA

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Forum

 
  • Tausend Jahre röm.Kath. Landwirtschaft, regiert von "gottbegnadeten Adeligen"

    bildschnitzer, vor 2224 Tagen, 12 Stunden, 30 Minuten

    Es ist nicht allzulange her, da landeten "Grosskopferte" auf dem Scheiterhaufen.
    http://tinyurl.com/24dwjgu
    http://tinyurl.com/24wu655
    Seit Josef II. ist abweichende Lehrmeinung in Österreich offiziell erlaubt. Ob Josefs Reformen allerdings bis ins letzte Bergtal des Österreichischen Geistes auch durchgedrungen ist, wäre Objekt einer ketzerischen Untersuchung.
    http://tinyurl.com/24y6ste
    Jedenfalls Otto Koenig
    http://tinyurl.com/29d3bxe
    ---"er hatte sein Studium nie abgeschlossen und legte darauf auch Wert"--
    und Edith Klinger haben genau jenes einfühlsam vorsichtige Einflössen von ein Bisschen Wissenschaft ins Österreichische Herz geschafft.

  • Was den Erfolg der KronenZeitung und der FPÖ erklärt (scnr)

    iniquity, vor 2224 Tagen, 13 Stunden, 13 Minuten

    • Immerhin führt Strache die Symbolik der Epoche "Vor Josef II."

      bildschnitzer, vor 2224 Tagen, 12 Stunden, 15 Minuten

      http://tinyurl.com/28ph3q3
      Er ist ein Bisschen publikumswirksamer als "der Kreuzritter Ewald Stadler"
      http://tinyurl.com/3ajrlx4
      Der ja genau diese Minderheit der "Intellektgäubigen" im rechten Lager anspricht.

    • solidstate, vor 2224 Tagen, 11 Stunden, 13 Minuten

      Ob sich daran nach dem Dahinscheiden des tierlieben Obervolksverdummers etwas ändert?

  • Ressentiment gegen Aufklärung

    fourseasons, vor 2224 Tagen, 13 Stunden, 34 Minuten

    Könnte ab jetzt ja besser werden, oder?

    • wozu?

      mantispa, vor 2224 Tagen, 12 Stunden, 51 Minuten

      "aufklärung" = bewusste soziologistische verdummung. man sehe mal, was hier im forum alles als "wissenschaft" geführt wird, und versteht, dass das "dumme volk" dafür bald jedes intersse verliert. typisch auch der regress auf "wissenchaftliche tierquälerei ist notwendig", zb. in der kosmetikindustrie.

    • lieber fourseasons, Josef II. ist derzeit out.

      bildschnitzer, vor 2224 Tagen, 11 Stunden, 53 Minuten

      Es regiert die Hetze.

  • Weltfremd

    bauernfänger, vor 2224 Tagen, 14 Stunden, 9 Minuten

    wen interessiert ein Blaustrumpf? Meist sind die Leute auch noch "obergscheit" und fühlen sich noch als was besseres

    • bigbully, vor 2224 Tagen, 13 Stunden, 4 Minuten

      Kein Wissenschaftler glaubt er ist etwas Besseres. Es liegt wohl am Selbstwertgefühl wenn jemand so was behauptet.

    • jeder wissenschaftler

      mantispa, vor 2224 Tagen, 3 Stunden, 45 Minuten

      hält sich für was besseres, glaube ich - ich seh das ja schon bei mir.

  • wenn man wissenschaftler mti experten gleichsetzt

    oder, vor 2224 Tagen, 14 Stunden, 45 Minuten

    und wenn man verfolgt wer beim orf aller zum experten wird - nur weil ihn ein orf heini mal zu etwas befragt - dann versteh ich die geingschätzung von wissenschaftlern. das wort experte wird zum unwort des jahres.

    • Vorallem

      eston, vor 2224 Tagen, 14 Stunden, 20 Minuten

      die Experten im Bereich der StVO die Tempo 80 im Freiland und Tempo 30 im Ortsgebiet fordern :)

    • ironimo, vor 2224 Tagen, 14 Stunden, 16 Minuten

      die beiden kann man beliebig tauschen,
      und die Geringschätzung kommt daher
      dass die Selbsternannten nur das verstehen
      was sie gelernt haben, was man ihnen in
      den Kopf reingestopft hat, und das hat mit
      dem Leben meistens nicht viel zu tun.

    • die "gegen-experten" wie ihr

      gummiende, vor 2224 Tagen, 13 Stunden, 36 Minuten

      sind aber auch nicht von schlechten eltern. aber die "schlaumeier" werden recht schnell vom gegenteil überzeugt, wenn so ein "schleicher" deren tochter ins jenseits befördert.
      "oder" ist es schlicht der blanke neid, dass man selber bei gar nichts experte ist, außer beim beschimpfen, beleidigen und herabwürdigen.

    • besser , es ist wer nur ein Mensch...

      ironimo, vor 2224 Tagen, 12 Stunden, 7 Minuten

      und überlässt es den Experten sich
      einzubilden er wäre mehr als das.
      Na was denn?

    • wir sind alle "nur" Menschen

      melhut, vor 2224 Tagen, 8 Stunden, 18 Minuten

      Trotzdem klingt in deinen Texten extreme Frustration durch, weil es Menschen gibt, die mehr wissen als du.
      Dabei profitierst auch du von diesem Wissen. In den letzten 100 Jahren hat der Mensch, dank wissenschaftlicher Erkenntnisse, seine Lebenserwartung verdoppelt.
      Wer sein Leben liebt, sollte den hellen Köpfen dankbar sein, auch wenn er selbst kein heller Kopf ist.

  • Ich denke halt, hier gehts wohl eher

    daoarge, vor 2224 Tagen, 14 Stunden, 52 Minuten

    um das, was man uns hier im ORF als "Wissenschaft" unterjubeln will.

  • der vor lauter Ehrgeiz ....

    ironimo, vor 2224 Tagen, 14 Stunden, 57 Minuten

    viel Wissen konsumiert hat und doch
    arm (im Sinne von wahrer Bildung) geblieben
    ist, wird verständlicherweise die Wissenschaft
    verteidigen. Er würde sonst ganz einfach
    als kompletter Narr dastehen, wo er doch
    so viel vom Leben versäumt hat.

    • wahre Bildung?

      melhut, vor 2224 Tagen, 8 Stunden, 25 Minuten

      Was beinhaltet denn diese "wahre Bildung"? Was verstehst du denn unter "Wissenschaft"? Was hat denn ein Wissenschaftler deiner Meinung nach versäumt?

      Wissenschaft ist eine Methodik zur objektiven Erkenntnisgewinnung, nichts weiter. Zur Wissenschaft gehört es, Begriffe zu definieren (damit jeder weiss, wovon der andere gerade redet). Ansonsten kann keine Information gewonnen werden, genau wie in deinem sinnlosen Erguss.

  • Wen wundert es ?

    schwertwal, vor 2224 Tagen, 15 Stunden, 50 Minuten

    Trägt doch der ORF und Ö3 (Teil des ORF) wesentlich dazu bei. Seichte, unkritische Unterhaltung. Unterschichten Programm, Verfall der Sprache (die was, der was), Abendfüllende Sendungen mit ein paar A-Promis und etlichen B-Promis (das Match) ect ect.

    Wäre schön wenn der ORF den sogenannten Bildungauftrag des sogenannten öffentlich-rechtlichen Fernsehens ernst nehmen würde und nicht als Feigenblatt für einen Seitenblicke-Auftritt von Dr. Alexander Wrabetz missbraucht.

  • als der klassische trittbrettfahrer...

    oesterseicherl, vor 2224 Tagen, 19 Stunden,

    ...hat sich dieses land halt positioniert nach dem letzten weltkrieg und zwar recht erfolgreich.

    die vertreibung eines grossteils der intelligenz in emigration und vernichtung hat besonders in diesem land der mediokrizitaet zu einer hochbluete verholfen, bis heute.

    'so ein dokter hot an titel - und dafier ghert der schon gstrofft' gaben in den 60ern die legendaeren'spitzbuben' von sich und daran hat sich wenig geaendert in der einstellung.

    ja, ein studium um einen gut dotierten job zu ergattern, das geht ja noch, aber bloss niemanden, der ueber das allgemeine verbloedungsszenario hinausragt bitte!

    das ranking unserer unis als logisches ergebnis.

    viele hochbegabte und begabte werden jahrelang im system so gut es geht behindert und dann erfolgreich im ausland taetig, den oesterreichern ist's recht -
    ein guter schifahrer ist ihnen allemal wichtiger.

    es besteht hoffnung dass durch den zumindest innerhalb der eu erleichterten und auch gefoerderten austausch in einigen jahrzehnten sich ein anderes bild ergibt...

  • Es ist zum Schämen...

    realsatire, vor 2224 Tagen, 21 Stunden, 7 Minuten

    und zu Tierversuchen: Wenn es für medizinische Zwecke ist, dann muss man hier dem Mensch den Vorrang geben.

    Von moderner Medizin zu profitieren und gegen medizinische Tierversuche zu sein ist ziemlich scheinheilig.

    • Sowas kann nur einer schreiben ...

      szeky, vor 2224 Tagen, 20 Stunden, 59 Minuten

      ... der entweder selbst kein Tier hat oder sich noch nie näher mit ihnen beschäftigt hat.