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Die steine von Stonehenge vor der untergehenden Sonne

High-Tech-Archäologie in Stonehenge

Die nach wie vor bestehenden Geheimnisse rund um das berühmte prähistorische Monument "Stonehenge" in England möchte nun ein internationales Forscherteam klären. Die umgebende Landschaft soll dabei Anhaltspunkte liefern.

Urgeschichte 05.07.2010

Mit dabei sind Experten um Wolfgang Neubauer, Direktor des neuen Ludwig Boltzmann Instituts (LBI) für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie in Wien. "Wir wollen mit modernsten Methoden die ganze Landschaft um die Steinkreise erfassen und dadurch auch mehr über das Monument selbst erfahren", so Neubauer gegenüber der APA.

Umfassendes dreidimensionales Modell

Die Archäologen wissen bereits, dass die bekannten Steinkreise in mehreren Phasen errichtet wurden. Die ersten Steine wurde etwa ab 2000 v. Chr. aufgestellt, rund 500 Jahre früher gab es bereits kreisförmige Gräben und Wälle. Die Siedlungen um das Monument sind teils bis zu 1.000 Jahre älter. Etwa mit Boden-Radar, Laserscanner, feinsten Magnetmessungen, teilweise auch mit Flugzeugen sollen nun im Rahmen des Projekts "The Stonehenge Hidden Landscapes Project" die bronzezeitlichen Grabhügel, Zugangswege und sonstige Artefakte sichtbar und zu einem umfassenden, dreidimensionalen Modell erstellt werden.

"Das erste Ergebnis dieser Forschungen wird eine durchgehende digitale Karte des unsichtbaren und im Boden verborgenen Stonehenge werden, die das berühmte Monument mit den durch modernste Messtechnologie wieder sichtbar gemachten archäologischen Strukturen im Untergrund verbinden wird", so Neubauer. Letztendlich wollen die Forscher verstehen, wie die Menschen gelebt und gewohnt haben. Dann sollte auch klarer werden, welchem Zweck die Steinkreise wirklich gedient haben. Bisher gibt es diesbezüglich nur Theorien, so könnte es eine Kultstätte ebenso gewesen sein wie ein astronomisches Observatorium.

"The Hidden Landscapes Project" ist ein internationales Kooperationsprojekt und wird von National Trust und English Heritage unterstützt. Das LBI kooperiert mit Partnern aus Österreich, Deutschland, Norwegen und Schweden.

science.ORF.at/APA

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