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Energie bei Nova-Explosion höher als erwartet

In Nova-Explosionen sind laut jüngsten astronomischen Erkenntnissen höhere Energien am Werk als bisher vermutet. Das hat ein internationales Forscherteam mit österreichischer Beteiligung entdeckt. Die freigesetzte Gammastrahlung befinde sich im Gigaelektronenvolt-Bereich, was bisher nur bei Supernova-Explosionen beobachtet wurde.

Astrophysik 13.08.2010

Der Name "Nova" rührt vom lateinischen Wort für "neu" her. Astronomen konnten plötzlich einen Stern beobachten, wo vorher keiner war. Heute kennen die Wissenschaftler die Ursache für das Phänomen. Tatsächlich sind es keine neuen Sterne, welche sich durchschnittlich 35 Mal pro Jahr am Nachthimmel bemerkbar machen. Vielmehr handelt es sich um Doppelsternsysteme aus ungleichen Partnern.

Die Studie:

Gamma-Ray Emission Concurrent with the Nova in the Symbiotic Binary V407 Cygni von The Fermi LAT Collaboration, in "Science". (sobald online)

Der kleinere Stern, ein Weißer Zwerg, zieht laufend Materie seines großen Gegenübers an sich, was irgendwann zur Explosion führt. Im Gegensatz zur noch energiereicheren Supernova - bei der ein Stern völlig explodiert - bleibt der Weiße Zwerg intakt. Novae könnten sich daher in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen in den gleichen Systemen ereignen.

Weißer Zwerg vs. Roter Riese

System V407 Cygnus - Weißer Zwerg und Roter Riese

NASA, DOE, Fermi LAT Collaboration

Nova Cygni - Weißer Zwerg und Roter Riese

In den Morgenstunden des 11. März beobachteten japanische Amateurastronomen den dramatischen Helligkeitsanstieg eines Sterns im Sternbild Schwan. "V407 Cygnus" ist 9.000 Lichtjahre von uns entfernt und stellt ein Doppelsternsystem aus einem Weißen Zwerg und einem Roten Riesenstern dar. Der Riese gibt laufend Materie aus seiner äußersten Atmosphäre ab, der kleinere Partner fängt Teile davon ein.

Wenige Tage nach der Entdeckung der Nova wurde bei Auswertungen von Daten des Fermi Weltraumteleskopes eine neue Gammastrahlungsquelle in der gleichen Region festgestellt.

Gammastrahlung im Gigaelektronenvolt-Bereich

"Eine gründliche Analyse über die relevanten Zeitintervalle des Novaausbruches von V407 Cyg konnte eine Verbindung zwischen der optischen Helligkeitsveränderung und hochenergetischer Gammastrahlung zweifelsfrei herstellen: Die Gammastrahlen erschienen zeitgleich mit der Nova und somit wurde ein lang bekanntes astronomisches Phänomen jetzt auch im Lichte der hochenergetischen Gammastrahlung gesehen", sagt Olaf Reimer vom Institut für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck zur APA.

Die Auswertungen waren auch für die Wissenschaftler eine Überraschung. Bisher wurde angenommen, dass derartige Energien, die zu Gammastrahlung im Gigaelektronenvolt-Bereich führen, nur in Supernovae vorkommen. Supernovae sind das dramatische Ende sehr großer Sterne, die dabei völlig zerstört werden.

science.ORF.at/APA

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