Standort: science.ORF.at / Meldung: "Schiffswrack: Bier soll wieder gebraut werden"

Kopf einer Bierflasche, die in einem Schiffswrack gefunden wurde.

Schiffswrack: Bier soll wieder gebraut werden

Ein 160 Jahre altes Bier, das aus einem gesunkenen Schiff geborgen wurde, könnte quasi wiederauferstehen. Die Regierung der Aland-Inseln, eines zu Finnland gehörenden Ostsee-Archipels, hat eine DNA-Analyse in Auftrag gegeben, mit deren Hilfe die Rezeptur des Gebräus rekonstruiert werden soll.

Ernährung 08.02.2011

Das Technik-Forschungszentrum VTT in Espoo bei Helsinki hat laut einer Aussendung vom Dienstag bereits mit der Analyse einer der fünf unversehrt geborgenen Flaschen begonnen. Festgestellt werden soll unter anderem, welche Hefe verwendet wurde und welche Bakterienstämme sich sonst noch in den Flaschen tummeln oder getummelt haben.

Forscher kosteten Bier

Bier wird aus einer Flasche extrahiert, die auf einem Schiffswrack aus dem 19. Jahrhundert gefunden wurde.

VTT

Das Bier wird vorsichtig aus einer der fünf gefundenen Flaschen extrahiert.

Damit soll Aufschluss über die genauen Zutaten und den Geschmack des Bieres gewonnen werden. VTT hofft, die Analyse bis Mai abzuschließen, und kündigte auch eine wissenschaftliche Publikation darüber an.

Der zuständige Vertreter der aländischen Regionalregierung, Rainer Juslin, sagte gegenüber der APA, die Forscher hätten von dem Bier auch gekostet. Dieses habe "wohl sein Haltbarkeitsdatum überschritten", sei aber doch "verhältnismäßig gut erhalten".

Herkunft ungeklärt

Über die genaue Herkunft oder eine Marke des Bieres könne man derzeit nicht viel sagen, da die Flaschen handgeblasen seien und man immer noch nicht wisse, um welches Schiffswrack es sich handle. Dieses sei vermutlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts gesunken.

Aufgrund der damaligen Brautradition sowie der Handelswege könne man jedoch davon ausgehen, dass das Bier aus einer Brauerei in der Nähe des Ausgangshafens stammte. Es könnte sich somit um dänisches, schwedisches oder deutsches Bier handeln.

science.ORF.at/APA

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