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Monoschicht aus Molekülen

Die schönsten Bilder der Wissenschaft

Auch heuer hat das Fachjournal "Science" wieder die schönsten wissenschaftlichen Abbildungen prämiert. Unter den Preisträgern sind unter anderem die Fotografie eines "Ozeans" einzelner Moleküle auf einer Goldschicht, eine dreidimensionale Zeichnung des HI-Virus und ein Poster über Pilze.

Wettbewerb 18.02.2011

Seit 2002 veranstaltet "Science" bereits seine "Visualization Challenge". Es prämiert Bilder und Videos, die Wissenschaft in neuer sowie visuell stimulierender Art und Weise vermitteln.

Ein Meer aus Molekülen

Alle Siegerbilder und viele weitere Aufnahmen sind auf der Website von "Science" in einem Spezialbereich zur Visualization Challenge 2010 zu sehen.

Monoschicht aus Molekülen

Seth B. Darling, Steven J. Sibener, AAAS

Mikrobild einer molekularen Monoschicht

Der auch am aktuellen Cover abgebildete Gewinner in der Kategorie "Fotografie" ist ein Mikrobild, das eine einzelne Schicht Moleküle auf einer Goldoberfläche zeigt - es erinnert an sich kräuselnde Meereswellen.

"Die Schicht besteht aus zwei verschiedenen Molekülen, die Dinge teilen, wie Öl und Wasser. Das Bild zeigt den Beginn der Teilung", erklärt Preisträger Seth. B. Darling vom Argonne National Laboratory. Derartige selbstorganisierende Monoschichten hätten vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten in Elektronik und Biotechnologie.

Ein Tomatensamen aus der Nähe

Robert Rock Belliveau, AAAS

Nahaufnahme eines Tomatensamens

Als Fotografie lobend erwähnt wurde außerdem die Abbildung eines Tomatensamens. Man sieht die Haare auf der Oberfläche des Samens. Diese Schicht enthält Insekten abwehrende Chemikalien, schützt vor Austrocknung und hilft bei der Verankerung im Boden.

HIV in Nahaufnahme

zeichnung eines HI-Virus

I. Konstantinov, Y. stefanov, A. Kovalevsky, Y. Voronin, AAAS

Modell eines HI-Virus

Die Sieger-Illustration zeigt eine höchst detaillierte dreidimensionale strukturelle Darstellung des HI-Virus. "Solche 3D-Modelle sind eine neue Möglichkeit allgegenwärtige menschliche Krankheitserreger darzustellen", so der russische Gewinner Ivan Konstantinov.

Er und sein Kollegen wollten eine möglichst realistische Abbildung des Virus erstellen, in die auch bekannte wissenschaftliche Fakten eingeflossen sind. "Während wir an dem Modell arbeiteten, haben wir über 100 Artikel aus führende wissenschaftlichen Journals analysiert", betont Konstantinov. Die verständliche und ansprechende Darstellung könnte auch im Internet oder auf mobilen Plattformen ihre Anwendung finden.

Horrorfilm und Gen-Netzwerk

T4-Phage beim Angriff auf Bakterium

Jonathan Heras, AAAS

T4-Phage beim Angriff auf ein Bakterium

Eine weitere lobend erwähnte Illustration stellt eine T4-Bakteriophage dar, die ein Bakterium attackiert. Bakteriophagen sind Viren, die Bakterien wie Escherichia coli infizieren und zur eigenen Replikation verwendet. Diese feindliche Übernahme sieht aus wie in einem Horrorfilm: Mit kleinen dürren Beinchen und einem saugenden Maul entern sie unbarmherzig ihre Beute.

Genetisches Assoziationsnetzwer der Ackerschmalwand

I. Lee, M. Ahn, E. Marotte, S.Y. Rhee, AAAS

Genetisches Assoziationsnetzwerk von Arabidopsis

Auch die farbenprächtige Darstellung eines genetischen Assoziationsnetzwerks der Modellpflanze Arabidopsis thaliana, der Ackerschmalwand, erschien der Jury erwähnenswert. Jede Linie stellt eine funktionale Verbindung zwischen zwei Genen dar, die Farbe zeigt ihre Stärke. Die Basis der Illustration waren 50 Millionen experimentelle Beobachtungen.

Übersichtsposter über Pilze

Kandis Elliot, M. fayyaz, AAAS

Vielfältige Pilze

In der Kategorie "Informational Graphics" war ein Poster über Pilze siegreich. Es zeigt deren unglaubliche Vielfalt.

Laut Chefzeichnerin Kandis Elliot von der University of Wisconsin sind Pilze ein komplexes Thema: "Es geht nicht einfach um Schwammerl." Heute werden Pilze beispielsweise bei der Herstellung von Biosprit oder in der Medizin verwendet. Das Poster zeige die unterschiedlichsten Exemplare: Pilze in Käse, Bier, Brot oder auch als Krankheitserreger.

Weite Reise

Platz eins bei den Videos geht an "Trash/Track". Es nimmt den Zuseher mit auf eine ganz besondere Reise. 3000 Stücke Abfall wurden dafür mit Sensoren bestückt. Auf eine Landkarte kann man zusehen, welche ausgedehnten Wege der Mist quer durch Nordamerika zurücklegt.

Das Siegervideo:

Video abspielen

"Ziel des Projekts war es einerseits den alltäglichen Entsorgungsprozess sichtbar zu machen, aber auch zu zeigen, wo das heutige System sehr ineffizient ist", erklärt Regisseur Carlo Ratti vom SENSEable City Lab MIT. "Trash/Track" mache für Bürger sichtbar, was in ihrer Umwelt passiert und welche Konsequenzen ihre eigenen Handlungen haben.

science.ORF.at

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