Standort: science.ORF.at / Meldung: "Weibliche Aggression: Allianzen gegen Dritte "

Zwei Frauen tuscheln hinter einer dritten.

Weibliche Aggression: Allianzen gegen Dritte

Viele Untersuchungen zeigen, dass Männer eher zu körperlicher und verbaler Aggression neigen als Frauen. Eine Studie relativiert dieses Bild: Frauen nutzen nur andere Strategien, um sich durchzusetzen.

Psychologie 25.02.2011

Weibliche Aggression trete nicht unbedingt seltener auf, sie äußere sich meist nur auf indirektem Weg, berichtet ein Team um Joyce Benenson von der Harvard University.

Spiel: Alleingang vs. Allianz

Die Studie

"Under Threat of Social Exclusion, Females Exclude More Than Males" ist im Journal "Psychological Science" erschienen.

Um herauszufinden, wie Frauen und Männer auf soziale Bedrohungen reagieren, konfrontierte Benenson Probanden mit einem Spiel, bei dem es Punkte (bzw. Geld) zu gewinnen gab. Jede Testperson spielte mit zwei hypothetischen Konkurrenten und konnte zwischen drei strategischen Optionen wählen: erstens, das Spiel allein durchzuführen; zweitens, mit einem der beiden Mitspieler eine Allianz zu bilden; und drittens, mit beiden zu kooperieren - letztere Option bedeutete allerdings, dass der Profit fix zu je einem Drittel an alle Mitspieler verteilt würde.

Unter diesen Bedingungen zeigte sich, wie Benenson im Fachblatt "Psychological Science" schreibt, kein Unterschied zwischen Männern und Frauen. Sehr wohl jedoch, wenn dem Spiel noch eine Ausschluss-Klausel hinzugefügt wurde. In dieser Variante wurde die erste, solitäre Spielstrategie mit der Beschreibung verknüpft: "Sie riskieren, von den beiden Konkurrenten ausgeschlossen zu werden". Die zweite, Allianz-Strategie erhielt die Erläuterung: "Wenn Sie und ihr Partner gewinnen, wird der dritte Mitspieler ausgeschlossen und erhält keine Punkte."

Diese Formulierungen genügten, um Geschlechtsunterschiede sichtbar zu machen. Unter diesen Bedingungen wählten Frauen häufiger die Option des sozialen Ausschlusses als Männer: Letztere tendierten eben dazu, Konkurrenten direkt zu dominieren, erstere indes wählten eher indirekten Wege, schreibt Benenson. Dies zeige sich nicht zuletzt auch bei Kindern: "Ihre sozialen Welten unterschieden sich vor allem in einer Hinsicht: Mädchen sind besorgt, ausgeschlossen zu werden. Buben befürchten, verprügelt zu werden."

science.ORF.at

Mehr dazu: