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Ein Tiger schaut in die Kamera

Wieder mehr Tiger in Indien

Der Tigerschutz in Indien trägt erste Früchte: 1.706 wildlebende Tiere wurden bei einer Erhebung 2010/2011 gezählt. Das sind 295 mehr als bei der Zählung vier Jahre zuvor. Das liegt Experten zufolge einerseits an geänderten Messmethoden, andererseits auch an der Artenschutzpolitik der indischen Regierung.

Artenschutz 28.03.2011

"Wir können mit dem zufrieden sein, was wir geschafft haben, aber die Gefahren drohen weiterhin", sagte Indiens Umweltminister Jairam Ramesh am Montag auf einer Internationalen Tiger-Konferenz in Neu Delhi. Die Herausforderung sei gewesen, bei großen Vorhaben wie Wasserwerken, Staudämmen und Bergbau die Erhaltung der Wälder zu berücksichtigen.

Plus von zwölf Prozent

Beim aktuellen Zensus wurden Tiger in 39 Reservaten gezählt. Darunter waren Gebiete, die 2006/2007 ausgelassen worden waren. Dies berücksichtigt ist die Zahl der Tiere nach Angaben von Experten nicht um 20, sondern tatsächlich nur um zwölf Prozent gestiegen.

Das ist ein Zeichen für echten Naturschutz, wie der Artenschutzexperte der Umweltstiftung WWF, Volker Homes, sagte. Die gestiegene Zahl sei nicht allein auf neue Gebiete oder verbesserte Zählmethoden zurückzuführen. "Ich glaube auch, dass sich die Tiger stärker vermehrt haben." Mehr Raubkatzennachwuchs sei eine natürliche Reaktion in der Natur auf verbesserte Lebensbedingungen.

Weiterhin bedroht

Homes betonte aber auch, dass Tiger weiterhin sehr bedroht seien. In Indien lebt den Angaben nach etwa die Hälfte aller rund 3.200 Tiger auf der Welt. Der Erhalt der Lebensräume und der Kampf gegen Wilderei seien vor allem in einem Land wie Indien, das sich wirtschaftlich enorm weiterentwickle, besonders wichtig.

Aufsehen hatte in Indien die erste Tiger-Zählung überhaupt vor vier Jahren erregt. Bis dahin waren dort bis zu 35.00 Exemplare vermutet worden. Die Erhebung belegte lediglich 1.411 Tiger. "Das war für Indien ein echter Schock", sagte Homes. Seitdem versprach die Regierung mehr als 153 Millionen Dollar unter anderem für die Umsiedlung tausender Dörfer in den Tigerreservaten.

science.ORF.at/dpa

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