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Aufnahme des Merkurs

Erste Fotos aus dem Merkur-Orbit

Es sind schon jetzt historische Aufnahmen: Die US-Sonde "Messenger" hat am Dienstag ihre ersten Fotos in der Umlaufbahn des Planeten Merkur geschossen und zur Erde gefunkt.

Raumfahrt 30.03.2011

Wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte, wurden die Bilder um 11.20 Uhr MESZ gemacht, als sich die "Messenger" gerade über dem Südpol des Merkurs befand. Auf den Fotos seien auch Teile des Planeten zu sehen, die nie zuvor von einem Raumgefährt aus sichtbar gewesen seien. Die NASA will sich am Mittwoch zu Details äußern.

Kommt bis auf 200 Kilometer an Oberfläche heran

Aufnahme des Merkurs

NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington

Die erste von der NASA vorgestellte Aufnahme

Zunächst veröffentlichte die NASA eine von mehr als 300 Aufnahmen, die auch erstmals den Südpol des Merkurs zeigte. Auf dem oberen Teil des Fotos ist der NASA zufolge ein Krater namens Debussy zu sehen. Der untere Bereich zeigt einen Teil von Merkur in der Nähe seines Südpols.

Die 446 Millionen Dollar (316 Millionen Euro) teure Sonde soll den innersten und kleinsten Planeten unseres Sonnensystems zwölf Monate lang studieren. Die elliptische Umlaufbahn bringt "Messenger" bis zu 200 Kilometer nahe an Merkur heran, zu anderen Zeitpunkten ist sie wiederum mehr als 15.000 Kilometer entfernt.

Die Sonde war sechseinhalb Jahre unterwegs, ehe sie am 17. März in den Merkur-Orbit eintrat. Schon bei Vorbeiflügen an dem Planeten hatte "Messenger" einen großen Teil der Oberfläche kartographiert und viele atemberaubende Bilder zur Erde geschickt.

Erste Bilder überhaupt vor 37 Jahren

Die Sonde hatte ihre Reise zum Merkur im August 2004 von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus angetreten und war auch an Erde und Venus vorbeigeflogen. Der Merkur, der nächste Nachbar der Sonne, ist rund 91 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die Sonnenstrahlung ist dort etwa zehn Mal so stark wie auf der Erde.

Die ersten Bilder überhaupt vom Merkur waren vor mehr als 35 Jahren entstanden. 1974 und 1975 machte die NASA-Sonde "Mariner 10" bei insgesamt drei Vorbeiflügen an Merkur Bilder, allerdings zeigten sie immer dieselbe Seite des kleinsten Planeten mit einer niedrigen Auflösung.

Dann dauerte es mehr als 30 Jahre, bis die Sonde "Messenger" im Januar 2008 im Vorbeiflug frische Bilder lieferte. Diese brachten Erkenntnisse über Krater und andere geologische Besonderheiten auf dem Merkur.

science.ORF.at/APA/dpa/AFP

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