Standort: science.ORF.at / Meldung: "Schlank durch positive Körperwahrnehmung"

Ein Mensch steht auf einer Waage, man sieht nur die Füße.

Schlank durch positive Körperwahrnehmung

Eine gesunde Beziehung zum eigenen Körper lässt die Kilos purzeln. Akzeptieren übergewichtige Frauen ihren Körper, nehmen sie einer aktuellen Studie zufolge schneller ab.

Diäten 18.07.2011

Zu diesen Ergebnissen kommen Forscher von der Technical University in Lissabon und der Bangor University.

Die Studie:

"Body image change and improved eating self-regulation in a weight management intervention in women" erscheint im "International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity".

Die Wirkung von Diäten, die auf adäquater Ernährung und Bewegung basieren, kann der Studie zufolge verstärkt werden: Wird zusätzlich an der Körperwahrnehmung der Abnehmwilligen gearbeitet, verlieren sie mehr Gewicht.

Information vs. Diskussion

Die Forscher testeten ein Jahr lang zwei verschieden angelegte Programme zur Gewichtsreduktion an übergewichtigen und fettleibigen Frauen. Sie informierten die Hälfte der Teilnehmerinnen allgemeinen über Gesundheitsthemen wie zum Beispiel richtige Ernährung und Umgang mit Stress. Die andere Gruppe besuchte im Laufe der Untersuchung 30 Gruppendiskussionen. Die Frauen sprachen dort über Angelegenheiten wie Bewegung, Frustessen, Körperwahrnehmung sowie Anerkennung und Bewältigung von persönlichen Barrieren.

Diskussion verbessert die Körperwahrnehmung

Die Gruppendiskussionen veränderten die Sichtweise der Frauen auf ihren eigenen Körper: Sie hatten weniger Bedenken über die Form und Größe ihres Körpers. Außerdem konnten sie ihr Essverhalten besser selbstständig bestimmen als Teilnehmerinnen aus der Kontrollgruppe. "Probleme in der Körperwahrnehmung treten bei übergewichtigen und fettleibigen Personen häufig auf. Das führt oft zu Frustessen und starren Essmustern, was wiederum ein Hindernis für den Gewichtsverlust darstellt. Insbesondere wenn die Angst vor der Meinung anderer Leute reduziert wird, wirkt sich das positiv auf das Essverhalten aus", sagt Studienleiter Pedro Teixeira.

Auch die Waage zeigte die positiven Veränderungen an: Im Durchschnitt nahmen die Teilnehmerinnen aus der Diskussionsgruppe sieben Prozent ihres Ausgangsgewichtes ab, jene aus der Kontrollgruppe hingegen weniger als zwei Prozent.

science.ORF.at

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