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Eine Spritze mit Grippe-Impfstoff wird hochgehalten.

Österreich zahlte noch nie für Impf-Initiative

Vor Kurzem fand in Seattle in den USA ein Treffen der "Globalen Allianz für Impfstoffe und Impfungen" (GAVI) statt. Zahlreiche Staaten sagten Zahlungen zu. Österreich war noch nie dabei, wie nun die britische Medizinfachzeitschrift "The Lancet" kritisiert.

"Lancet"-Kritik 22.07.2011

GAVI spielt seit 1999 eine zentrale Rolle bei der Versorgung von Entwicklungsländern mit Impfstoffen. Bill Gates spendete gleich bei der Gründung eine Milliarde US-Dollar (nach derzeitigem Kurs 703 Mio. Euro).

Impfstoffe gegen Rotaviren und HPV

Bei der Geberrunde in den USA sollten jetzt laut "Lancet" 3,7 Milliarden US-Dollar für die Jahre 2011 bis 2015 aufgetrieben werden. Es wurden 4,3 Milliarden Dollar (drei Mrd. Euro), was die gesamten zur Verfügung stehenden Mittel auf 7,6 Milliarden Dollar (5,34 Mrd. Euro) erhöht.

Doch während die Gates Foundation mit insgesamt 1,7 Milliarden Euro auf dem ersten Rang vor Norwegen (576 Millionen) und Frankreich (359 Millionen) steht, gibt es andere Staaten, die sich finanziell noch nie um GAVI gekümmert haben.

Die Impf-Allianz will in den kommenden Jahren Impfstoffe gegen Rotaviren, das Human Papilloma Virus (HPV/Gebärmutterhalskrebs) sowie eine neue Fünffach-Vakzine für Kinder in den ärmeren Ländern breit einsetzen.

Wie im Vorjahr bei Aids-Konferenz

Richard Horton, der "Lancet"-Chefredakteur schrieb vor Kurzem in seinem Kommentar: "Beginnen wir mit jenen reichen Staaten, die bisher nichts für GAVI aufgewendet hatten: Österreich, Belgien, Finnland, Japan, Neuseeland und die Schweiz."

Die Situation ähnelt jener vom vergangenen Sommer, als Österreich bei der Internationalen Aids-Konferenz in Wien am Pranger stand, weil es nur einmal zum Global Fund gegen Aids, Malaria und Tuberkulose beigetragen hatte.

Vergangenes Jahr hatte man - neben einer Unterstützung der Konferenz selbst - schließlich im Gesundheitsministerium Geld "zusammengekratzt", mit dem man ein Projekt von UNAIDS in der Ukraine unterstützte.

science.ORF.at/APA

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