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Foto Benito Mussolinis.

Mächtige Bilder

Die Konferenz "Images of Power/Representations of the Past" über die politische Macht von Darstellungen widmet sich der Funktion von Bildern in autoritären und post-diktatorischen Gesellschaften.

Veranstaltung 04.11.2011

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Die Konferenz nimmt diese Binsenwahrheit zum Ausgangspunkt und untersucht am Beispiel autoritärer und post-diktatorischer Gesellschaften Funktionen von Bildern, die politische Macht repräsentieren und zugleich politisch einflussreich sind - etwa bei der Ausbildung nationaler Identitäten.

Veranstaltungshinweis:

Tagungen des Initiativkollegs "Europäische Historische Diktatur- und Transformationsforschung":

  • Konferenz "Images of Power/Representations of the Past", 7. und 8. November 2011, Universität Wien,
  • Öffentliche Vorlesung: "Ende der Transformation - Ende der Demokratie", Klaus von Beyme, 7. November 2011, 19:00 Uhr, Oktogon der Bank Austria, 1010 Wien, Schottengasse 6-8,
  • Konferenz "Public Sphere, Ideology, Transformation of Power", 24. und 25. November 2011, Universität Wien.

Die Programme und weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden sich auf der Webseite des Initiativkollegs.

Das Initiativkolleg "Europäische Historische Diktatur- und Transformationsforschung" ist ein überfakultäres und interdisziplinäres Doktoratsprogramm, in dessen Rahmen sich zwölf Doktoranden mit verschiedenen autoritären Regimen des 20. Jahrhunderts beschäftigen.

Nathalie Soursos, Mitglied des Initiativkollegs "Europäische historische Diktatur- und Transformationsforschung" der Universität Wien und Mitorganisatorin der Konferenz, betont in einem Gespräch mit der APA die unterschiedlichsten Funktionen von Bildern in der Politik und bei der Konstruktion von Erinnerung: Durch Bilder werden Stereotypen visualisiert, Identitäten konstruiert oder Massen mobilisiert.

Die Inszenierung des Diktators

Bilder seien Bedeutungsträger, wobei es immer auch zur Deutungskonkurrenz kommt, sagt die Politikwissenschaftlerin Karin Liebhart von der Universität Wien gegenüber der APA. Welche politischen Deutungen sich durchsetzen habe Einfluss darauf, welche historischen Bilder überliefert würden.

Soursos verweist als Beispiel auf Fotografien Mussolinis: So gut wie jeder habe ein Bild eines uniformierten, klar gestikulierenden Diktators im Kopf. Dieses Bild sei aber von der Propaganda des Regimes konstruiert worden, um Mussolini als starken Führer zu inszenieren. Trotzdem wurden diese Bilder nach 1945 weiter verwendet. Bilder von Diktatoren zeichnen sich so trotz Auftauchens vormals zensierter Gegenbilder durch enorme Langlebigkeit aus, sagt Soursos.

Ikonen Österreichs

Auch Österreich besitzt seine visuellen Ikonen. Diese beziehen sich vor allem auf die Bereiche Kultur und Landschaft oder auf kulinarische Spezialitäten, sagt Liebhart. Doch auch die Vergangenheit hat hierzulande bekannte Visualisierungen: etwa Hitlers umjubelte Rede am Heldenplatz 1938 und als Gegenbild dazu die Unterzeichnung des Staatsvertrags 1955 mit der berühmten Balkonszene. Und auch Persönlichkeiten aus der Monarchie, etwa Sisi, sind heute noch wichtige Bilder Österreichs.

Eine weitere Tagung des Initiativkollegs findet Ende November statt. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung steht die Frage, wie öffentliche Meinung beeinflusst werden kann. Sowohl Strategien von Schlüsselfiguren europäischer Diktaturen des vergangenen Jahrhunderts als auch Gegenstrategien dazu sollen diskutiert werden.

science.ORF.at/APA

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