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Künstlerische Darstellung des neu entdeckten Exoplaneten

Erste erdgroße Exoplaneten entdeckt

Das Weltraumteleskop "Kepler" hat die bisher kleinsten Planeten eines anderen Sterns entdeckt: Die rund 1.000 Lichtjahre entfernte Sonne mit der Katalognummer Kepler-20 besitzt demnach ein ganzes Planetensystem aus mindestens fünf Begleitern.

Astronomie 21.12.2011

Während es sich bei den bereits bekannten drei Planeten des Sterns um Gasriesen von etwa der Größe des Neptuns handelt, haben die beiden neu entdeckten sogenannten Exoplaneten nur den 0,87- und 1,03-fachen Durchmesser der Erde, schrieben die Entdecker in einer Studie.

Die Studie:

"Two Earth-sized planets orbiting Kepler-20" von Francois Fressin und Kollegen ist in "Nature" erschienen.

Der zuvor kleinste bekannte Exoplanet besitzt immerhin einen 1,42 Mal größeren Durchmesser als unser Heimatplanet.

Für Leben zu heiß

Die Masse der neu entdeckten Exoplaneten Kepler-20e und f ist noch nicht bekannt. Die Astronomen um Francois Fressin vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik halten es jedoch für möglich, dass beide eine ähnliche Zusammensetzung wie die Erde aufweisen, mit etwa einem Drittel ihrer Masse in einem Eisenkern und zwei Dritteln in einem Silikatgestein-Mantel.

Für Leben ist es auf den beiden fernen Planeten allerdings zu heiß. Sie umkreisen ihren Stern, der unserer Sonne ähnelt, in nur sechs beziehungsweise knapp 20 Tagen.

Entsprechend liegt die Durchschnittstemperatur dort nach Berechnung der Astronomen bei rund 400 und 850 Grad Celsius. Dennoch könnte der kühlere, weiter von seiner Sonne entfernte Planet sogar eine dichte Wolkenschicht aus Wasserdampf besitzen, meinen die Forscher.

Tausende Sterne untersucht

Größenvergleich von zwei der neu entdeckten Exoplaneten mit Erde und Venus

NASA/Ames/JPL-Caltech

Größenvergleich von zwei der neu entdeckten Exoplaneten mit Erde und Venus

Das Weltraumteleskop "Kepler" war von der US-Raumfahrtbehörde NASA unter anderem gestartet worden, um nach erdähnlichen Planeten zu suchen. Es beobachtet dafür die Helligkeit tausender Sterne. Planeten, bei denen wir zufällig genau von der Seite auf die Umlaufbahn schauen, verraten sich, indem sie regelmäßig vor ihrem Stern vorbeilaufen und ihn ein kleines Stück abschatten.

Durch diese Helligkeitsschwankungen hat "Kepler" bereits mehr als 2.000 Kandidaten für Exoplaneten angegeben, die allerdings großenteils noch bestätigt werden müssen.

Zuletzt hatte das Weltraumteleskop einen Planeten mit 2,4-fachem Erddurchmesser in der bewohnbaren Zone seines Sterns aufgespürt. Auf Kepler-22b herrschen demnach milde 22 Grad Celsius. Anzeichen von Leben gibt es aber auch von dort nicht.

science.ORF.at/dpa

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