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Austrian Kangaroos - die Fußballroboter der TU Wien

Roboter in der Vorurteilsfalle

Schwingen persönliche Vorurteile auch bei der Beurteilung rein technischer Artefakte mit? "Ja", sagen deutsche Forscherinnen und belegen ihre Antwort durch einen Test an optisch exakt gleichen Robotern: Jene mit einem türkischen Namen wurden schlechter bewertet als die deutschen "Kollegen".

Psychologie 05.03.2012

Friederike Eyssel und Dieta Kuchenbrandt baten 78 deutsche Studierende, an ihrem Test teilzunehmen. Als Ziel gaben sie an, dass die Aussagen der Studenten ihnen bei der Optimierung des Erscheinungsbildes eines Roboters helfen würden.

Die Studie:

"Social categorization of social robots: Anthropomorphism as a function of robot group membership" ist im "British Journal of Social Psychology" erschienen (DOI: 10.1111/j.2044-8309.2011.02082.x).

Dann teilten sie die Testpersonen in zwei Untergruppen. Beiden zeigten sie identische Bilder - der einen Gruppe aber sagten sie, der Roboter heiße "Armin" und sei in Deutschland hergestellt worden. Die zweite Gruppe hingegen wurde informiert, dass die Maschine den Namen "Arman" trage und an einer türkischen Universität entwickelt worden sei.

"Armin" mit menschlicheren Zügen

Das Ergebnis: Die Studenten, die "Armin" beurteilten, schrieben ihm einen "wärmeren" Gesichtsausdruck und besseres Design zu als jene Gruppe, der Bilder von "Arman" vorgelegt wurden. Außerdem würden sie lieber mit ihm eine Wohnung teilen als die "Arman"-Testpersonen.

Die Studenten werteten also nicht nur einen Roboter technisch besser, der einen ihnen vertrauten Namen trug und in ihren Breitengraden hergestellt wurde, sondern verliehen ihm auch menschlichere Züge, interpretieren die Forscherinnen. Das zeige, wie schnell es zum Ausschluss aus einer Gruppe anhand imaginierter Details komme - sogar dann, wenn es Maschinen betreffe.

science.ORF.at

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