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Großaufnahme des Quallenroboters

Forscher entwickeln Quallenroboter

US-Forscher haben einen Unterwasserroboter entwickelt, der aussieht wie eine Qualle und sich auch so bewegt. Der "Robojelly" getaufte Roboter bezieht seine Energie aus Wasserstoff und sei deshalb ideal für einen Einsatz in den Meeren.

Bionik 21.03.2012

"So weit wir wissen, ist er der erste Unterwasserroboter, der mit aus dem Wasser stammendem Wasserstoff betrieben wird", sagt Yonas Tadesse vom Bio-Inspired Materials and Devices Laboratory der Universität Virginia Tech, der ihn gemeinsam mit Kollegen in einer Studie vorgestellt hat.

Die Studie:

"Hydrogen-fuel-powered bell segments of biomimetic jellyfish" von Yonas Tadesse und Kollegen ist in der Fachzeitschrift "Smart Materials and Structures" erschienen.

Intelligentes Material, künstliche Muskeln

Die grundlegende Idee der Forscher war es, den Bewegungsablauf von Quallen nachzuahmen. Medusen können ihre Schwimmrichtung bestimmen, indem sie die ringförmigen Muskeln ihres Schirmes ruckartig zusammenziehen. Dadurch stoßen sie Wasser aus, und der Rückstoß lässt sie in die gewünschte Richtung schwimmen. Der Schirm füllt sich wieder mit Wasser an und das Spiel geht von vorne los.

Der Quallenroboter schwimmt im Labor

Universität Virginia Tech

Dieses Prinzip haben die Forscher nun an ihrem "Robojelly" angewandt. Er besteht aus einem "intelligenten" Material, das sich auch nach Gestaltveränderungen seine ursprüngliche Form "merkt" und zu dieser zurückkehrt.

Eines dieser Memorymetalle haben Tadesse und sein Team mit Kohlenstoffnanoröhrchen eingewickelt und mit Platin beschichtet. Angetrieben wird der Roboter durch chemische Reaktionen zwischen Sauerstoff, Wasserstoff und dem Platin an seiner Oberfläche, die Hitze produzieren und seine künstlichen Muskeln bewegen.

Zwar sei "Robojelly" noch nicht vollständig entwickelt, was er aber schon jetzt kann, zeigen die Forscher in einem YouTube-Video, aus dem auch das Bild links stammt.

science.ORF.at

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