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Sich teilende Krebszelle.

1,5 Millionen Krebsfälle durch Viren ausgelöst

Im Jahr 2008 sind 7,5 Millionen Menschen weltweit an Krebs gestorben. 1,5 Millionen der Todesfälle gingen laut einer Studie auf Tumoren zurück, die von Magenbakterien, Humanen Papilloma- oder Hepatitis-Viren und anderen Erregern verursacht werden.

Onkologie 09.05.2012

"Infektionen mit bestimmten Viren, Bakterien und Parasiten sind eine der größten und vermeidbaren Ursachen von Krebs weltweit", schreiben die Autoren von der International Agency for Research on Cancer in Lyon, die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört.

Die Studie:

"Global burden of cancers attributable to infections in 2008: a review and synthetic analysis" ist in "Lancet Oncology" erschienen (DOI:10.1016/S1470- 2045(12)70137-7).

Arme Länder häufiger betroffen

Zwei Millionen Krebserkrankungen werden jährlich neu durch Keime verursacht, etwa 80 Prozent davon treten in ärmeren Ländern auf, heißt es in der Studie. Catherine de Martel und Martyn Plummer analysierten dafür zahlreiche Daten, beispielsweise Statistiken über 27 Krebsarten aus 184 Ländern.

Die beiden Wissenschaftler schätzen, dass etwa 16 Prozent aller Krebserkrankungen weltweit von Infektionen verursacht werden (2008). Dabei ist der Anteil in den ärmeren Ländern mit 22,9 Prozent dreimal höher als in Industrieländern (7,4 Prozent). Die Spanne liegt zwischen 3,3 Prozent in Australien und Neuseeland und 32,7 Prozent in afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

Effektive Impfstoffe

Ö1-Sendungshinweis

Über diese Studie berichtet auch "Wissen aktuell", Donnerstag, 10. Mai 2012, 13:55 Uhr

Mit vorbeugenden Maßnahmen wie Impfungen, sichereren Injektionstechniken und Mitteln gegen Bakterien könnten bedeutende Effekte im Kampf gegen den Krebs erzielt werden, heißt es in der Studie. Vor allem Infektionen durch Humane Papillomaviren (HPV), Bakterien wie Helicobacter pylori oder Hepatitis B- und C-Viren (HBV und HCV) seien vermeidbar oder behandelbar. Diese vier Infektionen zusammen seien hauptverantwortlich für 1,9 Millionen Krebsfälle jährlich - wie Magen-, Leber- oder Gebärmutterhalskrebs.

"Da effektive und vergleichsweise günstige Impfstoffe gegen HPV und HBV verfügbar sind, sollte eine breitere Anwendung eine Priorität für Gesundheitssysteme in besonders belasteten Ländern sein", folgert Goodarz Danaei von der Harvard-Universität (Boston, USA) in einem Begleitkommentar. Die absolute Zahl der Krebsfälle durch Infektionen sei seit 1990 um etwa eine halbe Million gestiegen, der Anteil an der Gesamtzahl der Krebsfälle mit 16 bis 18 Prozent aber gleich geblieben.

science.ORF.at/APA/dpa

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