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Ein Spatenfisch schwimmt im Meer

Ein Index für die Meeresgesundheit

US-Forscher haben den Zustand von 170 Küstenstaaten und Inselregionen weltweit untersucht. Sie wurden ähnlich wie beim menschlichen Gesundheitscheck hinsichtlich verschiedener Kriterien wie Ernährungssicherung, Wasserqualität und biologische Vielfalt mit unterschiedlichen Punktezahlen bedacht.

Umwelt 16.08.2012

Im Durchschnitt liegen die Werte bei 60 von 100 möglichen Punkten, berichtet ein Team um Benjamin Halpern von der Universität von Kalifornien in Santa Barbara. Den Küsten von Entwicklungsländern geht es tendenziell schlechter, jenen von entwickelten Staaten eher besser.

Die Studie:

of the global ocea" von Benjamin Halpern et al. ist am 1458. in "Nature" erschienen.

Zwölf ausgewählte Gebiete:

Küstenregion und ihre Punktzahl:

Jarvisinsel - 86
Deutschland - 73
Seychellen - 73
Australien - 67
Russland - 67
USA - 63
Großbritannien - 61
China - 53
Mikronesien - 53
Singapur - 48
Polen - 42
Liberia - 37

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 16.8., 13:55 Uhr.

Spitzenreiter: Jarvisinsel

Deutschland kommt auf ein Ergebnis von 73 Punkten und liegt damit im Spitzenfeld. Über 70 Punkte erzielten sonst nur noch fünf Prozent aller bewerteten Länder, unter anderem die Seychellen (73) und die unbewohnte Jarvisinsel im südlichen Pazifik. Sie schnitt mit 86 Punkten am besten ab. Die USA erzielten 63, Großbritannien 61, China 53 und Australien und Russland jeweils 67 Punkte.

Obwohl die Ozeane um die Industrieländer nach Angaben von Halpern und seinen Kollegen besser waren als Entwicklungsländer, gab es auch überraschende Ergebnisse: Das Entwicklungsland Surinam schnitt mit 69 Punkten gut ab. Polen erreichte mit nur 42 Punkten ein besonders schlechtes Ergebnis.

Weltkarte der Meeresgesundheit

Weltkarte der Meere und ihre Messzahlen im neuen "Gesundheitscheck"

Ben Halpern und Kollegen, NCEAS 2012

Im Bild zu sehen: Je mehr Punkte (je blauer), desto besser ist der Zustand der Küstenregionen und Inseln, je weniger (und röter) desto schlechter.

Ein Index zur Messung

Die Punktzahl setzt sich aus der Beurteilung der einzelnen Kategorien zusammen. Durch diese neue Art der Berechnung schufen die Forscher einen Index, mit dem sich die Meeresgesundheit messen lässt.

Halpern und seine Kollegen sehen diese Bewertungsmethode als Informationsquelle für Forscher, Entscheidungsträger aber auch alle anderen Menschen. Nach ihren Angaben könnte es künftig ein wichtiges Werkzeug sein, um Lösungen zu finden, die die Meere nachhaltig schützen und gleichzeitig menschliche Interessen umsetzen.

science.ORF.at/dpa

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