Standort: science.ORF.at / Meldung: "Ein Roboter, der sich zu tarnen weiß"

Nahaufnahme des chamäleonartigen Roboters, das die feinen Kapillare zeigt, die sich mit Farbe füllen

Ein Roboter, der sich zu tarnen weiß

US-Forscher haben einen Roboter entwickelt, der sich wie ein Chamäleon seiner Umgebung anpassen kann. Er geht auf vier Beinen, kann seine Farben wechseln, im Dunkeln leuchten und bietet nach Ansicht seiner Erbauer eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten.

Technologie 17.08.2012

Der "soft robot" könnte künftig zum Beispiel helfen, Tiere unbemerkt in freier Wildbahn zu beobachten. Umgekehrt ließen sich damit auch Geräte in einer unübersichtlichen oder schlecht beleuchteten Umgebung besser erkennbar machen.

Als Vorbilder dienten den Forschern farbwechselnde Tiere wie Tintenfische oder einige Insekten, berichtet das Team um Stephen Morin von der Whitesides Resarch Group an der Harvard-Universität in Cambridge (USA) in einer Studie.

Die Studie:

"Camouflage and Display for Soft Machines" von Stephen Morin et al. ist am 16. 8. in "Science" erschienen.

Muster, Beleuchtung und Temperatur variabel

Das künstliche Chamäleon ist in mehrfacher Hinsicht flexibel. Die Forscher haben den gummiartigen Roboter so beschichtet, dass er nicht nur seine Farbe ändern kann: Es lassen sich auch Muster, Beleuchtung und Temperatur der neuartigen Oberfläche variieren.

Weil sich mit dieser Erfindung ebenfalls die Oberflächentemperatur regulieren lasse, könnten die Forscher den Roboter auch im Infrarotbereich sichtbar machen oder tarnen.

Vergleich des Roboters: links vor und rechts nach der Camouflage

Science/AAAS

Vergleich des Roboters: links vor und rechts nach der Camouflage auf einem Untergrund aus Steinen

Ö1 Sendungshinweis:

Über den Roboter berichtet auch Wissen Aktuell am 17.8.2012 um 13:55.

Flexibel wie Gummi macht den Roboter ein Netz aus kleinen Kanälen, die je nach Bewegung mit Luft befüllt werden oder leerbleiben. Ein zweites Netz aus Kanälen verläuft oberflächlich und füllt sich je nach Bedarf mit Farbe sowie kalten oder warmen Flüssigkeiten.

Hilfsroboter als Vision

Diese Flexibilität ließe eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten zu, betonen die Forscher, dazu zähle nicht nur Tarnung, sondern auch Kommunikation. Mit den wechselnden Farben könnte Menschen oder andere Roboter etwas über die Position der "soft robots" erfahren.

Eine Vision: ein in der Nacht leuchtender Roboter, der bei einem Rettungseinsatz hilft. Bis dieser real ist, wird noch einige Zeit vergehen. Bis dahin gilt der Wunsch von Stephen Morin: "Wir hoffen, mit unserer Arbeit andere Forscher zu inspirieren, damit sie über derartige Probleme nachdenken und sich ihnen von verschiedenen Blickwinkeln nähern können."

science.ORF.at/dpa

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