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Männliches Gesicht

Das Vertrauen hat braune Augen

Ob wir Menschen Vertrauen schenken oder nicht, hängt auch von Äußerlichkeiten ab, wie tschechische Forscher berichten. Braune Augen wirken demnach vertrauenswürdiger als blaue.

Psychologie 10.01.2013

Die Wissenschaftler legten Probanden Fotos von 80 Männern und Frauen vor. Sie sollten die Aufnahmen nach Augenfarbe und Gesichtsform bewerten. Bei männlichen Gesichtern fanden die Forscher einen Zusammenhang zwischen Form und Vertrauenswürdigkeit.

Generell galt aber für beide Geschlechter: Die Versuchsgruppe brachte den Braunäugigen wesentlich mehr Vertrauen entgegen, wie die Experten im Online-Journal "PLOS One" schreiben.

"Liegt an der Gesichtsstruktur"

Die Studie

"Trustworthy-Looking Face Meets Brown Eyes", PLoS ONE (8(1): e53285; doi:10.1371/journal.pone.0053285).

"Das liegt weniger an der Augenfarbe als an der für Braunäugige typischen Gesichtsstruktur", sagte der Biologe Karel Kleisner von der Karls-Universität der Nachrichtenagentur dpa in Prag. Deren Gesichter mit eher breitem Mund, rundem Kinn und größeren Augen würden bevorzugt, wenn es um Vertrauen geht. Die Verkettung von Augenfarbe und Gesichtsmerkmalen könne genetische Ursachen haben.

Ö1-Sendungshinweis

Über diese Studie berichtet auch "Wissen aktuell", Donnerstag, 10.1.2012, 13:55 Uhr.

"Braune Augen sind gefährlich, aber in der Liebe ehrlich", weiß der Volksmund - Kleisners Studie scheint dieses Satz nun zu bestätigen.Männer mit braunen Augen werden früheren Untersuchungen zufolge auch als dominant beschrieben werden, wie die Forscher in ihrer Studie schreiben:. "Die Augenfarbe sendet möglicherweise zwei verschiedene Signale zugleich aus."

Das Thema seine Forschungen bewege die Gesellschaft, glaubt Kleisner. Wem wenig vertraut werde, der habe bei der Partnerwahl oder bei Vorstellungsgesprächen schlechtere Karten. Der Wissenschaftler will seine Ergebnisse nun in anderen Ländern überprüfen und dabei auch der Frage nachgehen, wie Briten und Rumänen, Inder und Kameruner gegenseitig ihre Gesichter bewerten.

science.ORF.at/dpa

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