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Zwei Ärzte im OP

Operationen: Fettes Essen vermeiden

Mindestens sechs Stunden vor einer Operation sollten Patienten nichts zu sich nehmen. Laut einer Studie sind auch die Wochen davor medizinisch von Belang: Fettes Essen hemmt die Regeneration nach dem Eingriff.

Organ-Trauma 24.03.2013

"Chirurgen wissen schon lange, dass sich Patienten besser von Operationen erholen, wenn die Organe möglichst wenig traumatisiert wurden", sagt Keith Ozaki vom Brigham Women's Hospital. "Das gilt etwa für das Herz, die Leber und die Blutgefäße. Aber bisher haben wir dem Fettgewebe, durch das wir schneiden müssen, um an diese Organe zu gelangen, kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Unsere Studie zeigt: Auch das Fettgewebe hat einen starken Einfluss darauf, wie gut sich der Patient erholt."

Studie und Review:

"Preoperative diet impacts the adipose tissue response to surgical trauma", Surgery (April 2013; doi: 10.1016/j.surg.2012.11.001).

"Reducing elective vascular surgery perioperative risk with brief preoperative dietary restriction", Surgery (April 2013; doi: 10.1016/j.surg.2012.09.007).

Studie an Mäusen

Ozaki und seine Kollegen haben Mäusen zu Studienzwecken operiert - und die Nager davor mit unterschiedlichem Futter versorgt. Eine Gruppe bekam ein Menü vorgesetzt, das unsere üppige westliche Ernährungsweise simulieren sollte. Sprich: eine Diät, die 60 Prozent der Kalorien durch Fett lieferte. Gruppe zwei indes hatte einen schlichteren Menüplan, hier lieferten die Fette lediglich zehn Prozent der Kalorien.

Wie Ozaki und seine Kollegen im Fachblatt "Surgery" schreiben, macht das einen deutlichen Unterschied. Die üppig ernährten Mäuse wiesen im Fettgewebe rund um die Wunde stärkere Entzündungen auf und produzierten weniger spezialisierte Hormone. Der Effekt ließ sich aber mildern, sofern die Mäuse in den Tagen vor der Operation auf Schmalkost gesetzt wurden.

Ozaki vermutet, dass es beim Menschen ähnlich sein könnte. Wie James Mitchell von der Harvard School of Public Health in einem Begleitartikel schreibt, könnten Diäten ein billiger und zugleich wirkungsvoller Weg sein, um den Körper vor postoperativem Stress zu schützen. Etwa in der Gefäßchirurgie: Denn speziell hier hätten die Patienten ein erhöhtes Risiko für verminderte Wundheilung, Herzinfarkte und Schlaganfälle.

science.ORF.at

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