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Open Access Netzwerk Austria gegründet

Zunehmend werden wissenschaftliche Publikationen und Forschungsdaten im Internet frei und kostenlos veröffentlicht. Dennoch gibt es rund um das Thema "Open Access" noch viele offene Fragen und auch Wissenschaftler selbst sind sich dabei unsicher.

Publikationen 25.03.2013

Vor diesem Hintergrund wurde nun unter der Schirmherrschaft der Universitätenkonferenz (uniko) und des Wissenschaftsfonds (FWF) das "Open Access Netzwerk Austria" (OANA) gegründet. In dessen Rahmen gibt es nun Ansprechpartner an allen Universitäten sowie an vielen Privatunis, Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen, teilte der FWF am Montag mit.

Vorbild Großbritannien

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Ö1 Jahresschwerpunkt 2013: Open Innovation

"Öffentliches Wissen" und Bürgerbeteiligung spielen in enger Verbindung mit Qualitätsjournalismus eine immer größere Rolle. Mit dem Jahresschwerpunkt "Open Innovation" unterstreicht Ö1 die Bedeutung dieses Phänomens für eine zukunftsweisende Entwicklung der Zivilgesellschaft. Aktuelle Beiträge und Hintergrundberichte in verschiedenen Sendeformaten von Ö1 informieren, auch science.ORF.at widmet diesem Thema eine Reihe von Beiträgen.

Ziele des OANA sind u.a. die Abstimmung der und Empfehlungen zu Open-Access-Aktivitäten in Österreich, die Positionierung gegenüber den Informationsanbietern, vor allem Verlagen, und die Bereitstellung von Informationen für Wissenschaftler und Forschungsstätten.

"Angesichts der Tatsache, dass Förderorganisationen zunehmen Open Access einfordern, werden solche Informationen immer wichtiger", erklärte FWF-Experte Falk Reckling. Er verweist etwa auf Großbritannien, wo künftig alle mit öffentlichen Mittel geförderten Wissenschaftler verpflichtet werden, Open Access zu publizieren.

Auch im Rahmen des neuen EU-Forschungsprogramms soll es eine solche Verpflichtung geben. Im Herbst ist eine erste Informationsveranstaltung des OANA geplant.

Verschiedene Wege, gleiches Ziel

Derzeit sind viele wissenschaftliche Erkenntnisse nur über kostenpflichtige Zeitschriften bzw. Datenbanken zugänglich. Bibliotheken und wissenschaftliche Einrichtungen klagen über deren hohe Anschaffungskosten, in ärmeren Ländern wird der Zugang zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen so völlig unmöglich.

Dem steht seit einigen Jahren die Open Access-Bewegung gegenüber, wobei zwischen zwei Zugängen unterschieden wird: Der "Grüne Weg" bezeichnet die Archivierung durch die Wissenschaftler von in klassischen Zeitschriften erschienenen Veröffentlichungen auf frei zugänglichen Homepages bzw. in institutionellen Archiven, also einer Art elektronischer Bibliotheken.

Beim "Goldenen Weg" wird der wissenschaftliche Artikel in einer Zeitschrift, die allen frei zugänglich ist, veröffentlicht. Prominente Beispiele sind die Zeitschriften der Public Library of Science oder von BioMedCentral.

science.ORF.at/APA

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