Standort: science.ORF.at / Meldung: "Drei Millionen für Jungstars "

Mathematische Formeln auf einer Tafel.

Drei Millionen für Jungstars

Der Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds WWTF fördert zwei Mathematiker mit insgesamt drei Millionen Euro: Jeweils die Hälfte des Betrages geht an Stefan Hetzl, TU Wien, und Martin Ehler, Universität Wien.

Mathematik 11.04.2013

"Vienna Research Groups for Young Investigators" heißt das Förderprogramm, mit dem der WWTF vielversprechende junge Forscher beim Aufbau einer Forschungsgruppe unterstützt, um sie längerfristig an den Standort zu binden. Heuer startet eine entsprechende Ausschreibung im Bereich Kognitionswissenschaften.

Endliche Ausdrücke für Unendlichkeit

Stefan Hetzl vom Institut für Diskrete Mathematik und Geometrie der TU Wien will die sogenannte Beweistheorie, ein Teilgebiet der Logik, mit der Theorie formaler Sprachen verbinden. Er beschäftigt sich dabei etwa mit der Frage, wie man mit endlichen Ausdrücken über Unendliches reden kann. Aus dieser Verknüpfung sollen wichtige neue Ergebnisse für die Informatik gewonnen werden, wo auch immer wieder die Unendlichkeit lauert, etwa wenn man feststellen will, ob ein Computerprogramm mit jedem beliebigen Input aus unendlich vielen Möglichkeiten zurechtkommt.

Ein Arbeitsfeld, in dem solche Forschungen große Bedeutung haben, ist die Softwareverifikation: Computerprogramme sollen möglichst stabil laufen, egal welche Eingabe sie bekommen. Es gibt aber meist unendlich viele verschiedene denkbare Eingaben, nur mit "Durchprobieren" ist ein Programm niemals vollständig auszutesten. Daher muss man beweistheoretisch klug vorgehen, um in einer endlichen Anzahl von Schritten unendlich viele Möglichkeiten abdecken zu können.

Formeln für die Biomedizin

Martin Ehler arbeitet derzeit noch am Institute of Biomathematics and Biometry des Helmholtz Zentrums München und den National Institutes of Health in den USA. Er wird an der Uni Wien eine Arbeitsgruppe aufbauen, die sich mit der Entwicklung neuer mathematischer Methoden zur Analyse der riesigen und weiter wachsenden Bild- und Datenmengen in Medizin, Biologie und anderen Gebieten beschäftigen wird. In dem Projekt sollen neue mathematische Techniken von den theoretischen Grundlagen bis zur konkreten Anwendung entwickelt werden.

So sollen in Kooperation mit dem Vienna Reading Center an der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie verschiedene Bilder der menschlichen Netzhaut analysiert werden. Mit dem Institut für Schallforschung der Akademie der Wissenschaften sollen neue mathematische Algorithmen ein besseres Verständnis für die Verarbeitung von Tönen im menschlichen Ohr ermöglichen. Die entwickelten Methoden können auch in anderen Bereichen eingesetzt werden, wo große Bild- und Datenmengen ausgewertet werden müssen.

sciecne.ORF.at/APA

Mehr zu diesem Therma: