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Impfstoff und Spritze

Warum Impfungen mitunter nicht wirken

Zwischen ein und zehn Prozent aller Menschen sprechen auf Impfungen nicht an. Forscher der MedUni Wien haben herausgefunden: In manchen Fällen trägt die Alterung des Immunsystems Schuld, in anderen Fällen sind es die Gene.

Medizin 13.08.2013

Die Forscher um Ursula Wiedermann-Schmidt vom Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin hatten im Rahmen ihrer Studie drei Impfungen untersucht: FSME, Hepatitis B und Influenza.

Bei Menschen, die auf die FSME-Impfung nicht mit der Bildung von Antikörpern reagierten ("Non-Responder"), blieb das auch bei einer neuerlichen FSME-Impfung so. "Bei diesen Non-Respondern handelt es sich um vorwiegend ältere Menschen. Sie bilden keine Antikörper und keine zelluläre Immunität. Das spricht dafür, dass daran ein Alterungsprozess im Immunsystem beteiligt ist", erklärt Wiedermann-Schmidt.

Das Nichtansprechen ist allerdings auf FSME beschränkt, denn auf eine Influenza-Impfung reagieren diese Personen sehr wohl. "Das mag unter anderem dadurch erklärt werden, dass sie im Laufe ihres Lebens immer wieder in Kontakt mit Influenza-Viren kommen. Das Immunsystem erinnert sich an die Viren und reagiert darauf."

Ein anderes Muster war bei jenen Personen zu sehen, die nach einer Hepatitis B-Impfung als Non-Responder eingestuft wurden. Sie zeigten schon vor der Immunisierung hohe Werte des Immunbotenstoffs Interleukin-10, der die Immunantwort bremst. "Bei dieser Gruppe liegt das Impfversagen eher in einer bestimmten genetischen Veranlagung begründet", so Wiedermann-Schmidt. Schuld sind laut den Forschern bestimmte Varianten der sogenannten HLA-Gene. Sie sind unter anderem für die Abstoßungsreaktionen bei Transplantationen verantwortlich.

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