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Das Handy, die Schaltzentrale inmitten des Quadrocopters

Ein Smartphone als Hubschrauberpilot

Wiener Forscher haben einen Minihubschrauber entwickelt, der sich völlig ohne menschliche Steuerung bewegen kann. Die notwendige Rechenleistung, die er für seine Orientierung im Raum braucht, stammt von einem handelsüblichen Smartphone.

Technologie 19.08.2013

Das digitale Erfassen visueller Daten ist einer der Schwerpunkte des Virtual-Reality-Teams der TU Wien. "Es war für uns also eigentlich ein logischer Schritt, uns in Richtung Robotik weiterzuentwickeln und mal eine Kamera auf einen Quadrocopter zu packen", erklärt Hannes Kaufmann vom Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme der TU Wien in einer Aussendung.

Die Techniker wollten im Rahmen des Projekts ein möglichst simples, kostengünstiges Gerät herstellen, die Materialkosten betrugen weniger als 1.000 Euro. Das Herzstück - und gleichzeitig teuerster Bestandteil - ist ein Smartphone.

Es liefert über die Kamera die nötigen Bilder und dient gleichzeitig als Steuerzentrale, wobei die ganze Intelligenz des Fluggeräts in eine Smartphone-App gepackt werden konnte. Zur Stabilisierung des Flugs sorgt ein Microcontroller für die Feinabstimmung der Rotorbewegung.

Orientiert sich noch an Boden-Codes

Das Fluggerät orientiert sich ausschließlich durch visuelle Daten. Dazu benötigt es derzeit noch visuelle Codes am Boden, die ähnlich wie QR-Codes funktionieren. Im Flug erkennt der Quadrocopter die Codes und erzeugt nach und nach eine virtuelle Landkarte seiner Umgebung. Hat er sich erst einmal orientiert, kann er ganz gezielt bestimmte Orte ansteuern oder sich zu Regionen bewegen, die er noch nicht so gut kennt.

"Das Ziel ist, dass der Quadrocopter in Zukunft ohne diese Codes auskommt und sich anhand von natürlich vorkommenden Orientierungspunkten in der Umgebung zurechtfindet", sagt Annette Mossel, die Chefdesignerin des Geräts.

An Anwendungsideen mangelt es den Wissenschaftlern nicht: Feuerwehrleute könnten das Fluggerät in ein brennendes Gebäude vorausschicken und sich ein Bild der Umgebung senden lassen, bevor sie selbst hineingehen. Quadrocopter könnten in großen Gebäuden Menschen an die richtige Stelle leiten. Durch die geringen Kosten könnte ein solches Fluggerät auch ärmeren Regionen etwa Auskunft über Waldrodungen geben.

science.ORF.at/APA

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