Standort: science.ORF.at / Meldung: "Europäer wuchsen in 100 Jahren elf Zentimeter"

Ein Baby ist von einem Maßband eingewickelt

Europäer wuchsen in 100 Jahren elf Zentimeter

Die Europäer sind laut einer neuen Studie binnen etwa eines Jahrhunderts elf Zentimeter größer geworden. Erstaunlicherweise habe die Durchschnittsgröße der Nord- und Westeuropäer während der beiden Weltkriege und der Weltwirtschaftskrise stärker zugelegt als in den Jahren davor und danach.

Gesundheit 02.09.2013

Der Ökonom Timothy Hatton von der britischen Universität Essex hat für seine Studie Daten aus den Jahren 1870 bis 1980 zur Größe von rund 21 Jahre alten Männern aus 15 europäischen Ländern analysiert - darunter auch Österreich.

Die Studie:

"How have Europeans grown so tall?" von Timothy J. Hatton ist am 1.9. in den " Oxford Economic Papers" erschienen.

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 2.9., 13:55 Uhr.

Eine Vielzahl an Gründen

Derzeit sind junge - stellungspflichtige - Männer in Österreich nach Angaben von Statistik Austria rund 1,78 Meter groß. Hatton hat für die jüngere Vergangenheit auf solche nationalen Größentabellen zurückgegriffen. Vor allem für die früheren Jahrzehnte nutzte er Daten von Wehrdienstpflichtigen und Rekruten. Für Frauen sei eine ähnliche Analyse kaum durchzuführen, schreibt der Wissenschaftler.

"Die Zunahme der Körpergröße ist ein Schlüsselindikator für Verbesserungen der durchschnittlichen Volksgesundheit", wird Hatton in einer Mitteilung zur Studie zitiert. Der erstaunliche Größensprung in den Weltkriegs- und Wirtschaftskrisejahren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sei weniger mit medizinischen Durchbrüchen oder nationalen Gesundheitsprogrammen zu erklären, so der Forscher. Diese hätten sich erst in den Jahrzehnten darauf großflächig ausgewirkt.

Eine mögliche Erklärung sei, dass in dem Zeitraum weniger Kinder geboren wurden - geringere Familiengrößen korrelierten stets mit ansteigenden Körpermaßen. Das Gesamt-Plus von elf Zentimetern lasse sich auf Faktoren wie höhere Pro-Kopf-Einkommen, bessere Sanitäreinrichtungen und Lebensbedingungen, vermehrtes Wissen über Gesundheit und Ernährung sowie ausgebaute Gesundheitssysteme zurückführen.

science.ORF.at/APA/dpa

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