Standort: science.ORF.at / Meldung: "Warum Nutzer Facebook verlassen"

Bildschirm mit Facebook-Schriftzug

Warum Nutzer Facebook verlassen

Vor allem in westlichen Ländern kehren Nutzer mitunter der Sozialen Plattform Facebook den Rücken. Eine neue Studie hat jetzt untersucht, warum sie ihr Profil löschen. Das Hauptmotiv: Datenschutzbedenken.

Social Media 18.09.2013

Die Facebook-Aktie ist mit knapp über 45 Dollar im Moment mehr wert als je zuvor. Auch die Zahl der weltweiten Nutzer verzeichnete wieder einen Zuwachs. Dennoch melden diverse Statistiken, dass die Nutzerzahlen in einzelnen Ländern zurückgehen.

Die Studie

"Who Commits Virtual Identity Suicide? Differences in Privacy Concerns, Internet Addiction, and Personality Between Facebook Users and Quitters" von Stefan Stieger und Kollegen ist am 16.9. in "Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking" erschienen.

Datenschutz, Internetsucht und Kommunikationszwang

Die Gründe dafür hat ein Team um Stefan Stieger von der Universität Wien erhoben. Dafür befragten die Forscher 310 ehemalige und 321 aktive Facebook-Nutzer, führten Persönlichkeitstests durch und untersuchten das Ausmaß einer möglichen Internetsucht.

Das Hauptaugenmerk galt den ehemaligen Nutzern. Sie wurden unter anderem gefragt, warum sie sich entschlossen hatten, nicht länger ein Teil des Sozialen Netzwerks zu sein. Die Gründe lassen sich in vier Hauptkategorien einteilen: Datenschutzbedenken (48 Prozent), Unzufriedenheit mit Facebook (13,5 Prozent), negative Aspekte von Facebook-Freundschaften (12,6 Prozent) und Angst vor Abhängigkeit (sechs Prozent).

Das Gefühl, zur Kommunikation gezwungen zu werden, oberflächliche Freundschaften zu haben oder die virtuellen Freunde gar nicht als real zu empfinden, sind nur einige Beispiele, die als negative Aspekte an Facebook-Freundschaften angegeben wurden. Beim Vergleich der Persönlichkeitstests konnten die Psychologen aber nicht belegen, dass aktive Nutzer kommunikativere Menschen wären als die ehemaligen Nutzer.

Das Löschen des Accounts könnte laut Stieger auch Teil einer Übung in Selbstdisziplin sein. Durch das Wegfallen des Profils werde weniger Zeit vor dem Computer verbracht und drohender Internetsucht entgegengewirkt.

Stefanie Braunisch, science.ORF.at

Mehr zum Thema:

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

 
  •