Standort: science.ORF.at / Meldung: "E-Reader helfen bei Leseschwäche "

E-Reader in Händen vor Bücherregal

E-Reader helfen bei Leseschwäche

Jugendliche, die von einer Leseschwäche betroffen sind, können auf E-Readern leichter lesen. Laut einer Studie liegt das daran, dass man damit die Texte vergrößern und sie so schneller erfassen kann.

Dyslexie 19.09.2013

Dyslexie ist eine Leseschwäche, die bei Schulkindern häufig in Kombination mit Legasthenie auftritt. Besonders häufig kommt es laut der Studie vor, dass Betroffene einzelne Wörter nur schwer fokussieren können. Wortgruppen werden deshalb nicht genauso erfasst, wie von Menschen ohne Leseschwäche und Betroffene benötigen in Folge mehr Zeit, um Texte zu lesen. Mithilfe von iPads und iPods konnte das Team um Matthew Schneps ihnen allerdings helfen.

Die Studie

"Shorter Lines Facilitate Reading in Those Who Struggle" von Matthew H. Scvhneps und Kollegen ist am 18.9. in "PLOS ONE"" erschienen.

Auf die Zeilenlänge kommt es an

Ob ein iPad oder beliebiges anderes Tablet verwendet wird, ist eigentlich irrelevant. Im Rahmen der Studie spielte aber die unterschiedliche Größe von einem iPad (9,7 Zoll Displaydiagonale) und einem iPod Touch (3,5 Zoll) die Hauptrolle. Durch das kleinere Display waren die Zeilen auf dem iPod Touch wesentlich kürzer, es wurden also auch weniger Wörter in einer Zeile dargestellt.

Da auf dem kleinen Display weniger Wörter auf einmal abgebildet waren, wurde die Gefahr der Ablenkung reduziert. Durch Eye-Tracking wurde festgestellt, dass die Jugendlichen dem Text in der kurzen Zeile leichter folgten, ihr Blick wurde also nicht so oft abgelenkt und "wanderte" nicht zu anderen Textstellen. Die Studienteilnehmer konnten die kürzeren Zeilen deshalb um fast 30 Prozent schneller lesen als gleichlange Texte auf dem größeren Bildschirm des Tablets.

Das Team des Smithsonian Laboratory for Visual Learning legt Lesern zum Abschluss der Studie deswegen nahe, das Medium mit dem sie lesen ihren Bedürfnissen entsprechend auszuwählen.

Stefanie Braunisch, science.ORF.at

Mehr zum Thema: