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Das ausgetrocknete Rheinufer im Sommer 2003 in Düsseldorf

Dürre mit dem Handy vorhersagen

Forscher der TU Wien entwickeln eine Software, die vor Dürren und drohenden Hungerkatastrophen warnt. Die Handy-App verarbeitet Satellitendaten und soll den Einsatz von Hilfsorganisationen erleichtern.

Technik 03.10.2013

Satelliten, die mit Mikrowellen die Erdoberfläche abtasten, ermöglichen die Berechnung der Feuchtigkeit von Böden in unterschiedlichen Regionen. Dürrekatastrophen hängen aber nicht nur von der Bodenfeuchtigkeit, sondern von vielen weiteren Faktoren ab.

Für Prognosen muss man deshalb auch über Fakten direkt an Ort und Stelle Bescheid wissen - etwa, wie es in einer bestimmten Region mit künstlicher Bewässerung aussieht, ob es Zugang zu natürlichen Wasserquellen gibt oder ob sich bereits Krankheiten verbreiten, die typischerweise mit Hungersnöten einhergehen.

Ö1-Sendungshinweis

Über dieses Thema berichtete auch "Wissen aktuell", 3.10.2013, 13.55 Uhr.

"Prognose über zwei Monate realistisch"

Die TU-Forscher entwickeln die App in Kooperation mit Hilfsorganisationen für deren Mitarbeiter, die in dürregefährdeten Gebieten unterwegs sind.

"So bekommen Helfer vor Ort Zugang zu relevanten Satellitendaten – in unserem Fall zu einem Dürre-Index. Wenn man sich die Situation vor Ort angesehen hat, gibt man die erhobenen Daten in die App ein. Sie werden dann an uns weitergeleitet und mit den Satellitendaten verknüpft", erklärte Markus Enenkel von der Forschungsgruppe für Fernerkundung. Daraus wollen die Wissenschaftler ein umfassendes Bild der Lage erhalten und dieses wiederum Hilfsorganisationen zur Verfügung stellen.

"Eine Prognose, die ein bis zwei Monate in die Zukunft blickt, ist realistisch“, meinte Enenkel. Das würde Hilfsorganisationen mehr Zeit geben, um Gegenmaßnahmen zu starten. Derzeit schließen die Wissenschaftler die ersten Tests mit der App ab und wollen dann - entsprechende Förderung vorausgesetzt - einen "pre-operational Service" entwickeln.

science.ORF.at/APA

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