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Sonnensturm in Nahaufnahme

Sonnensturm rast auf die Erde zu

Mehrere Raumsonden haben am 7. Jänner gegen 19 Uhr eine heftige Eruption auf der Sonnenoberfläche beobachtet. Morgen, Donnerstag, gegen fünf Uhr früh werden vermutlich die ersten Auswirkungen des Sonnensturms auf der Erde bemerkbar sein, der Höhepunkt wird gegen 16 Uhr erwartet.

Astronomie 08.01.2014

Der Sonnensturm dürfte ähnlich heftig werden wie jener im Oktober 2003, wo Flugverkehr und Funkverbindungen gestört waren. Morgen Abend könnten zudem sogenannte Polarlichter über Mitteleuropa zu sehen sein.

2.000 Kilometer pro Sekunde

Ö1 Sendungshinweis:

Über den Sonnensturm berichtet auch das Abendjournal am 8.1.2014 um 18 Uhr.

Bei der gestrigen Eruption hat die Sonne eine sogenannte Plasmawolke aus Elektronen, Protonen und Atomkernen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 2.000 Kilometern pro Sekunde ins All geschleudert, bestätigt Volker Bothmer, Astrophysiker der Universität Göttingen und Experte für Weltraumwetter.

Bothmer reiht diesen Sturm - der durch den 11jährigen Sonnenzyklus zu erwarten war - zu den heftigeren ein: "Man muss sich vorstellen: Von etwa 10.000 Sonnenstürmen sind ungefähr 40 bis 50 so schnell wie der gestrige.“

Keine Gefahr

"Wir erwarten, dass uns ein Teil dieses Sonnensturms am 9. Jänner trifft und dann die bekannten Folgeerscheinungen auslöst, wie erhöhte Polarlichtaktivitäten und Störungen von Kommunikationssystemen", so der Weltraumwetter-Experte der Universität Göttingen.

So kann der Sprechfunk von Piloten ausfallen, wie 2003 zum Teil geschehen; auch kann das GPS ungenaue Daten liefern, Stromnetze ausfallen und Funkverbindungen zu Satelliten unterbrochen werden. Für Menschen ist der morgige Sonnensturm nicht gefährlich, so Bothmer.

Gudrun Stindl, Ö1 Wissenschaft

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