Standort: science.ORF.at / Meldung: "Teilen stärkt die soziale Bindung"

Ein Schimpanse isst Apfel

Teilen stärkt die soziale Bindung

Freundschaft geht durch den Magen: Wenn Schimpansen mit ihren Artgenossen Nahrung teilen, schütten sie verstärkt Oxytocin aus - ein für soziale Bindungen wichtiges Hormon.

Schimpansen 15.01.2014

Wissenschaftler um Roman Wittig vom Leipziger Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie hatten 79 Urinproben von 26 Schimpansen im Budongo-Schutzgebiet in Uganda genommen, die maximal eine Stunde zuvor gefressen hatten.

Die Studie

"Food sharing is linked to urinary oxytocin levels and bonding in related and unrelated wild chimpanzees", Proceedings of the Royal Society B (15.1.2014; doi: 10.1098/rspb.2013.3096).

Bei jenen Schimpansen, die ihre Nahrung zuvor mit Artgenossen geteilt hatten, war der Oxytocinspiegel im Urin im Vergleich zu den anderen (nicht teilenden) Artgenossen deutlich erhöht. "Dabei spielte es keine Rolle, wer Futter gegeben und empfangen hat oder ob die Tiere miteinander verwandt waren oder nicht", erklärte Wittig. Beim Menschen ist das Hormon Oxytocin unter anderem für die Festigung der Mutter-Kind-Bindung verantwortlich.

Oxytocin schütten die Menschenaffen auch aus, wenn sie sich gegenseitig das Fell pflegen. Nach dem Teilen von Nahrung maßen die Wissenschaftler jedoch einen noch höheren Spiegel. "Futter mit anderen zu teilen könnte ein Schlüsselverhalten für den Aufbau sozialer Beziehungen unter Schimpansen sein", sagte Wittig. Weitere Studien müssten klären, ob auch Menschen beim Teilen ihrer Mahlzeit verstärkt Oxytocin produzieren, schreiben die Forscher.

science.ORF.at/dpa

Mehr zu diesem Thema: