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Langläufer in Winterlandschaft

Schlechte Aussichten für Winterspiele

Olympische Winterspiele in Sotschi wären Forschern zufolge aufgrund des prognostizierten Klimawandels in Zukunft nicht mehr möglich. Die russische Stadt ist aber nicht allein: Gegen Ende des Jahrhunderts wären nur noch sechs der bisherigen Winterspielorte kalt genug, um zuverlässig Gastgeber der Spiele zu sein.

Klimawandel 24.01.2014

Das ergab eine Studie der University of Waterloo (Kanada) und des Management Center Innsbruck (MCI).

Fast überall zu warm

Die Studie:

"Winterolympics in a Warmer World" von Daniel Scott et al., erschienen im Jänner 2014.

Bei einer Klimaprognose, die von niedrigen Treibhausgasemissionen ausgeht, wären Mitte des Jahrhunderts Olympische Winterspiele in Sotschi, Grenoble (Frankreich), Garmisch-Partenkirchen (Deutschland) und Chamonix (Frankreich) nicht mehr möglich. Bei hohen Emissionen wäre es auch in Vancouver (Kanada) und Squaw Valley (USA) zu warm für Winterspiele.

Bis 2080 würden - bei hohen Emissionen - nur noch sechs der bisherigen Olympiaorte die Spiele austragen können. Dabei handelt es sich um Albertville (Frankreich), Calgary (Kanada), Cortina d'Ampezzo (Italien), St. Moritz (Schweiz), Salt Lake City (USA) und Sapporo (Japan). Elf Städte, neben den bereits genannten auch noch Sarajevo (Bosnien und Herzegowina), Oslo (Norwegen), Innsbruck, Turin (Italien) und Nagano (Japan), wären durch die klimatischen Veränderungen dazu nicht mehr in der Lage.

Die durchschnittliche Tagestemperatur im Februar von Winterspielstandorten ist der Studie zufolge im vergangenen Jahrhundert stetig gestiegen: von 0,4 Grad Celsius bei Spielen in den 1920er bis 1950er Jahren auf 3,1 Grad Celsius bei den Olympischen Spielen von den 1960er bis in die 1990er Jahre und auf 7,8 Grad Celsius bei Spielen in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts.

Grenzen bald erreicht

"Es ist schwer vorstellbar, dass heute das vielseitige Programm der Spiele ausschließlich auf Natureis und -schnee erfolgreich abgehalten werden könnte, wie es in der Frühzeit der Olympischen Winterspiele noch der Fall war", betonte Robert Steiger, Geograph am MCI in einer Aussendung der Fachhochschule.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden zwar verschiedene Technologien - von Schneekanonen bis zur Kühlungen von Skisprung-Anlaufspuren - entwickelt, um mit dem Wetterrisiko besser umgehen zu können. Aber Strategien und Techniken zur Reduktion von Wetterrisiken seien "Grenzen gesetzt, und bis Mitte des Jahrhunderts sind diese Grenzen in manchen ehemaligen Olympischen Regionen überschritten", so Daniel Scott von der University of Waterloo.

Manche Städte und Regionen, die an einer Bewerbung für künftige Spiele interessiert sind, sollten sich besser früher als später bewerben, meinen die Studienautoren. Aus mittel- bis langfristiger klimatischer Sicht sollten jedenfalls wieder vermehrt Olympische Winterspiele an kernalpine Regionen vergeben werden, heißt es in der Aussendung.

science.ORF.at/APA

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