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Schlafende Frau

Schlafstörungen als globale Epidemie

Heuer wurde zum siebenten Mal der Weltschlaftag von der World Association of Sleep Medicine veranstaltet. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung, nämlich 45 Prozent, leidet an Schlafstörungen. Die dadurch verursachten Kosten werden mit 92,5 bis 107,5 Mrd. Dollar (66,61 bis 77,41 Mrd. Euro) pro Jahr veranschlagt.

Weltschlaftag 14.03.2014

Diesmal stand der Weltschlaftag unter dem Motto "Restful Sleep, Easy Breathing, Healthy Body" ("Erholsamer Schlaf, leichtes Atmen, gesunder Körper"). Dabei wird besonderes Augenmerk auf einen ruhigen und nicht unterbrochenen Schlaf, leichte Atmung und Atemstörungen sowie einen gesunden Körper als Voraussetzung für eine erholsame Nachtruhe gelegt.

Akut und chronisch

Laut Gerhard Klösch von der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Wien schlafen die Österreicher im Schnitt täglich acht Stunden. Frauen ruhen durchschnittlich um 15 Minuten länger als Männer. "Es wäre natürlich noch besser, wenn wir ein bisschen mehr, also etwa neun Stunden, schlafen würden", so Klösch. "Eine beruhigende, erholsame Nachtruhe ist eine Grundvoraussetzung für körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden", betonte Bernd Saletu vom Schlaflabor Rudolfinerhaus in Wien.

Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder können an diesen Störungen leiden: Laut Reinhold Kerbl, Vorstand der Abteilung für Kinder und Jugendliche im LKH Leoben, sollen weltweit zehn Prozent der Kinder Schwierigkeiten beim Schlafen haben. Ausschlaggebend sind dabei oftmals zu große Polypen oder Mandeln, die dann operativ entfernt werden müssen. Ein Problem der Atemwege kann erkannt werden, wenn Kinder auch tagsüber mit offenem Mund Luft holen.

Bei den Schlafstörungen wird zwischen akuten Problemen (15 Prozent weltweit) und chronischen Erkrankungen (30 Prozent weltweit) unterschieden. Akute Beeinträchtigungen treten über wenige Tage hinweg auf und sind oftmals die Folge von Nervosität oder Stress. Beschwerden, die sich über einen Zeitraum von mehreren Wochen, Monaten oder sogar Jahren erstrecken, werden zu den chronischen Erkrankungen gezählt. Als häufigstes Problem tritt die Insomnie auf, die sich durch Ein- und Durchschlafstörungen äußert.

Erhöhtes Krankheitsrisiko

Zu den schwersten Erkrankungen zählt die Obstruktive Schlafapnoe (OSA), die zu den Atemstörungen zählt. Bei dieser Form verschließen sich die Atemwege teilweise oder komplett. Dadurch kann es zu einem erheblichen Sauerstoffmangel kommen, der das Risiko von Folgeschäden (wie etwa Herzinfarkten und Schlaganfällen) begünstigt. Symptome wie unregelmäßiges Schlafen mit langen Atempausen von bis zu 30 Sekunden lassen auf die Erkrankung schließen.

In Österreich sind etwa 300.000 bis 400.000 Menschen von dieser gefährlichen Störung betroffen, laut Wolfgang Mallin, Lungenfacharzt und Präsident der Austrian Sleep Research Association, sollen etwa 80 bis 90 Prozent der Betroffenen noch nicht diagnostiziert worden sein. Störungen, die durch ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom bedingt sind, können teilweise operativ behoben oder durch eine nasale Überdruckbeatmung während der Nachtruhe (mittels CPAP-Gerät) behandelt werden.

science.ORF.at/APA

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