Standort: science.ORF.at / Meldung: "Krähen bestehen Wasserkrug-Test"

Eine Krähe mit einem Stein im Schnabel.

Krähen bestehen Wasserkrug-Test

In der antiken Fabel des griechischen Dichters Äsop hebt eine Krähe den Wasserspiegel in einem Krug so lange mit Steinen an, bis sie trinken kann. Neuseeländische Forscher haben nun gezeigt: Die Vögel beherrschen diesen Trick tatsächlich.

Fabelhafte Vögel 27.03.2014

Die Vögel seien erstaunlich schlau, aber nicht perfekt, berichtet die Gruppe um Sarah Jelbert vom Institut für Psychologie der Universität Auckland. Ihre Geschicklichkeit entspreche in etwa der von fünf-bis siebenjährigen Kindern.

Geübter Umgang mit Steinen

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Die Studie:

"Using the Aesop's Fable Paradigm to Investigate Causal Understanding of Water Displacement by New Caledonian Crows" erscheint am 26. März 2014 in "Plos One" (DOI: 10.1371/journal.pone.0092895).

Die Forscher trainierten sechs Neukaledonische Krähen (Corvus moneduloides) darauf, mit kleinen Steinen zu hantieren. Diese als sehr geschickt und lernfähig bekannten Vögel nutzen in der Wildnis kleine Äste und stellen sogar selbst Werkzeuge daraus her. Den Tieren wurde nach dem Training in verschiedenen Experimenten Futter präsentiert, dass sich auf einem Korkstück gerade nicht erreichbar in einem Plexiglas-Zylinder befand, dazu eine Auswahl von Steinen und anderen Gegenständen.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Tiere die Wirkung von Steinen im Wasser schnell erfassten, ganz wie in Äsops Fabel: Sie warfen unter anderem Steine in halb mit Wasser, nicht jedoch in halb mit Sand gefüllte Gefäße. Sie bevorzugten eher schwere Objekte als leichte, die im Wasser schwammen, und ebenso eher feste als hohle Gegenstände. Sie wählten unter zwei Wasserzylindern den aus, der bereits am höchsten gefüllt war. In allen Fällen konnten sie dadurch den Wasserstand erhöhen und so an ihr Futter gelangen.

Nicht jeden Test bestanden

Bei zwei weiteren Tests versagten die Tiere jedoch: Bei der Wahl zwischen einer weiten und einer schmalen Röhre wählten sie nicht die schmale, in der das Wasser bei jedem Stein weitaus stärker gestiegen wäre.

Der letzte Test mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad bringt auch kleine Kinder an ihre Grenze: Er besteht aus zwei mit Wasser gefüllten Zylindern und einen in der ihrer Mitte mit einem schwimmenden Futterstückchen. Einer der Wasserzylinder ist unter der Grundplatte versteckt mit dem sehr dünnen Futterzylinder verbunden - nur Steine in diesem Wasserzylinder lassen durch diese Verbindung auch das Wasser und das Futter ansteigen. Der Futterzylinder selbst war so dünn, dass keine Steine hineinpassten.

Kausales Verständnis

Die Versuche zeigen, wie weit das Verständnis der Tiere für Ursache und Wirkung ihres Handelns geht. Sie entsprechen nach Forscherangaben in etwa den Ergebnissen, die von fünf- bis siebenjährigen Kindern erwartet werden können - eine außergewöhnliche Leistung im Tierreich.

"Diese Ergebnisse werfen ein Licht sowohl auf die Stärke als auch die Grenzen des Verständnisses", sagte Sarah Jelbert. "Die Krähen versagten bei Tests, bei denen normale kausale Regeln nicht gelten, sie bestanden aber die anderen, und das bedeutet, dass sie ein gewisses Maß an kausalem Verständnis haben."

science.ORF.at/APA/dpa

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