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Ein Mann und eine Frau sitzen auf einem C4 Auto und schauen mit Ferngläsern in den Himmel

Vom Amateur zum Datensammler

Ob es nun um das Zählen von Rotkehlchen-Nistplätzen, oder um die Suche nach Trümmern des verschwundenen Flugs MH370 geht: Der Bürger ist ein wichtiger Datensammler geworden. Eine neue Organisation, die European Citizen Science Association, trägt diesem Umstand Rechnung.

Citizen Science 08.04.2014

Diese Woche findet die allererste Jahrestagung in Kopenhagen statt. Und auch die Fachzeitschrift "Science" würdigte kürzlich die Bedeutung von Citizen Science.

Technologie hilft

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Darüber berichtet auch Wissen Aktuell am 8.4. um 13:55.

Es ist noch nicht so lange her, da tat so mancher Wissenschaftler die Beobachtungen und Vermessungen von Bürgern als amateurhaft ab. Doch damit ist es vorbei, erklärt Rick Bonney von der Cornell University im US-Staat New York, der dazu einen Artikel in der Fachschrift "Science" geschrieben hat: "Es werden mehr und mehr Studien, die auf den Daten von Citizen Scientists beruhen, publiziert. Und das in hochangesehenen Fachschriften."

Was Hobbywissenschaftlern sehr zunutze kommt, ist Technologie. Dank dem Internet ist es möglich, riesige Datensätze zu sammeln. Das von der Cornell University eingerichtete Vogelprojekt E-bird wird jeden Monat um fünf Millionen Daten und Beobachtungen aus aller Welt reicher.

Etablierte Organisationen wenden sich außerdem an den Bürger als Datenanalysten. Die US-Wetter- und Ozeanbehörde NOAA bittet über die Plattform Zooniverse etwa um die Analyse von Stürmen. Und Tanzanias Serengeti-Nationalpark möchte gerne Millionen Bilder von Kamerafallen gesichtet und klassifiziert sehen. Auch Smartphones sind hilfreich: "Wenn man mit einem Smartphone im Feld ist, muss man nicht erst den Ort eingeben. Das Smartphone weiß genau, wo man ist. Exakt, mit den korrekten geografischen Koordinaten. Das macht es leichter, Daten laufend in Echtzeit einzugeben", so Bonney.

Zwei neue, internationale Organisationen - die Citizen Science Association und die European Citizen Science Association - wollen die Beteiligung der Bürger fördern; entweder durch Training zur Datenerhebung oder durch zunehmende internationale Vernetzung von Gruppen, die in ähnlichen Bereichen arbeiten.

Madeleine Amberger, Ö1 Wissenschaft

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