Standort: science.ORF.at / Meldung: "China: Grundwasser großteils untrinkbar"

Industrieanlage und verschmutzter Fluss

China: Grundwasser großteils untrinkbar

In China sind rund 60 Prozent des Grundwassers verschmutzt und daher nicht für das Trinken geeignet. Bei Messungen im vergangenen Jahr fiel die Qualität in 203 Städten als "sehr schlecht" oder "ziemlich schlecht" durch, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet.

Umwelt 23.04.2014

Der Anteil an Grundwasser, das nicht direkt getrunken werden kann, stieg dem Ministerium für Land und Ressourcen zufolge gegenüber dem Jahr 2012 von 57,4 auf 60 Prozent. Der Wirtschaftsboom in China führt zu dramatischen Umweltschäden, Luft und Wasser sind stark belastet.

Auch Böden kontaminiert

Das Umweltministerium schätzte in der vergangenen Woche, dass auch 16 Prozent der Böden hochgradig belastet sind. Fast ein Fünftel des Ackerlands sind mit nicht organischen Elementen wie Kadmium vergiftet. Ministerpräsident Li Keqiang rief unter dem Druck der Bevölkerung im März einen "Krieg gegen Umweltverschmutzung" aus.

Für Empörung sorgte Anfang April ein Skandal in der westlichen Stadt Lanzhou. Dort wurde nach Berichten von Staatsmedien im Trinkwasser ein extrem hoher Benzolanteil festgestellt.

Schuld soll eine Tochterfirma der staatlichen China National Petroleum Company gewesen sein. Aus einer ihrer Pipelines soll Öl ins Trinkwasser gelangt sein. Die Stadtverwaltung soll die Bevölkerung zudem bewusst tagelang nicht über die Trinkwasserverseuchung informiert haben.

science.ORF.at/APA/AFP

Mehr zu diesem Thema: