Standort: science.ORF.at / Meldung: "Elefanten schützen Menschen vor Krankheiten"

Elefanten in Rückansicht

Elefanten schützen Menschen vor Krankheiten

Das Verschwinden großer Wildtiere könnte das Krankheitsrisiko für Menschen erhöhen. Diesen Zusammenhang haben Forscher in einem aufwendigen Experiment in der Savanne Ostafrikas nachgewiesen.

Experiment 29.04.2014

Dort ging der Verlust des Großwilds mit einer Zunahme der Nagetiere einher - und damit auch von Bakterien, die beim Menschen Erkrankungen verursachen.

Große Wildtiere entfernt

Die Studie:

"Declines in large wildlife increase landscape-level prevalence of rodent-borne disease in Africa" ist am 28. April 2014 in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" erschienen (DOI:10.1073/pnas.1404958111).

Forscher um Rodolfo Dirzo von der kalifornischen Stanford University haben aus einem Areal in Kenia alle großen Wildtiere entfernt, darunter vor allem Pflanzenfresser wie Zebras, Giraffen oder Elefanten.

In den folgenden beiden Jahren untersuchten sie die Zahl der Nagetiere, deren Befall mit Flöhen sowie auch die Häufigkeit von Bartonella-Bakterien. Flöhe können diese Erreger von Nagern auf Menschen übertragen, wo sie verschiedene Erkrankungen - sogenannte Bartonellosen - auslösen. Die Entwicklung verglichen sie mit der eines Nachbargebiets, in dem die Großsäuger erhalten blieben.

Mehr Nagetiere und Flöhe

Das Ergebnis: Der Bartonella-Befall der einzelnen Nagetiere und ihrer Flöhe unterschied sich zwar nicht stark vom Vergleichsareal. Doch die Zahl der infizierten Nagetiere stieg um etwa das Doppelte - ebenso wie die Zahl der infizierten Flöhe. Damit steige das Übertragungsrisiko auf den Menschen, erläutern die Forscher.

Die Raub- und Huftiere dieser Region scheiden als Überträger von Krankheitserregern fast aus. Ein enger Kontakt zwischen Menschen und Nagern sei dagegen wahrscheinlicher, erläutern die Biologen. Demnach stehe der Verlust der Artenvielfalt in direkten Zusammenhang mit dem Anstieg des Zoonose-Risikos. Zoonosen sind Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden.

Wichtig für Planung

"Die Zunahme der Nagerpopulation beim Rückgang der biologischen Vielfalt wurde auch schon in anderen Regionen der Welt beobachtet", schreiben die Forscher. Ihre Erkenntnisse seien deshalb wichtig für die Planung von Artenschutzprojekten und für die Gesundheitspolitik.

Sie betonen aber, dass das alleinige Vorhandensein von infizierten Nagern nicht ausreiche. Zwar weiß man, dass Flöhe Krankheiten von Nagetieren auf den Menschen übertragen, über die Wirksamkeit und Häufigkeit sei aber wenig bekannt. "Die Übertragung von Zoonose-Erregern auf den Menschen ist sehr komplex und wird durch ganz verschiedene Faktoren wie Hygiene oder die Ernährungssituation beeinflusst."

science.ORF.at/APA/dpa

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