Standort: science.ORF.at / Meldung: "Die Top Ten der neu entdeckten Arten"

Der Anden-Makibär

Die Top Ten der neu entdeckten Arten

Pünktlich zum Internationalen Tag der Artenvielfalt präsentiert eine Gruppe von US-Forschern die Top Ten der 2013 entdeckten Arten. Darunter befindet sich ein fleischfressender, auf Bäumen lebender Bär genauso wie eine durchsichtige Garnele und ein Gecko mit einem blattförmigen Schwanz.

"Hitparade" 2014 22.05.2014

Aus insgesamt 18.000 im Jahr 2013 entdeckten Arten wählten die Taxonomen des International Institute for Species Exploration des SUNY College ihre Highlights aus. Heuer besonders auffällig: Nicht nur winzig kleine Lebewesen und Pflanzen warten mit Überraschungen auf. Auch im großen Maßstab gibt es offenbar noch Neues zu entdecken. Denn neben dem bereits erwähnten Bären befindet sich auch ein zwölf Meter hoher Drachenbaum (Dracaena kaweesakii) auf der Liste der Top Ten.

Zwischen Katze und Teddybär

Links:

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 22.5., 13:55 Uhr.

Der Anden-Makibär (//Bassaricyon neblina//)

Mark Gurney / CC BY 3.0

Bassaricyon neblina

Rein vom Aussehen her ist der Anden-Makibär (Bassaricyon neblina) eine Kreuzung zwischen einer Katze und einem großäugigen Teddybären, er lebt in Kolumbien und Ecuador. Er gehört - wie auch der bekanntere Waschbär - zur Familie der Kleinbären und wird bis zu zwei Kilogramm schwer. Bedroht wird er vor allem durch die Abholzung der Wälder, wodurch er seinen Lebensraum verlieren könnte.

Die durchsichtige Garnele

Die Skelettgarnele //Liropus minusculus//

SINC (Servicio de Informacion y Noticias CientÌficas) and J.M. Guerra-García

Liropus minusculus

Die Skelettgarnele Liropus minusculus wurde in einer unterseeischen Höhle vor der Küste Kaliforniens entdeckt. Ihr Körper wirkt durchsichtig, die männlichen Tiere werden nicht größer als 3,3 Millimeter (die Weibchen nur 2,1 Millimeter). Ein "Aussehen wie ein Traumwesen" attestierte eine der bewertenden Forscherinnen der Garnele.

Genau schauen!

Gecko mit dem Blattschwanz, //Saltuarius eximius//

Conrad Hoskin

Einmal versteckt, einmal zu sehen: Saltuarius eximius

Die Augen anstrengen heißt es, wenn es um den Gecko mit dem Blattschwanz, Saltuarius eximius, geht. Sitzt er auf einem gemusterten Untergrund, kann man ihn kaum erkennen. Er hat längere Gliedmaßen, einen schlankeren Körper und größere Augen als andere Vertreter der Art Saltuarius. Beheimatet in Ostaustralien, sitzt er am liebsten auf Steinen oder Bäumen und wartet auf Beute.

Bodybuilder aus dem Mittelmeer

Der Einzeller //Spiculosiphon oceana//

Manuel Maldonado

Der Einzeller Spiculosiphon oceana

Ein Exemplar von Spiculosiphon oceana besteht zwar nur aus einer einzigen Zelle, wird aber dennoch vier bis fünf Zentimeter hoch. In der Welt der Einzeller gehört dieses Urwesen damit zu den Riesen. Es fischt kleinste Teile von Meeresschwämmen aus dem Wasser und baut sich damit eine Schale. Das Tier selbst versteckt sich im Inneren und ernährt sich von wirbellosen Tierchen, die in den "Pseudopoden", einer Urform von Armen, hängen bleiben. Diese Art wurde in Höhlen 45 Kilometer südöstlich von Spanien entdeckt.

Außerdem unter den Top Ten: eine antarktische Seeanemone (Edwardsiella andrillae), ein orangefarbener Schimmelpilz (Penicillium vanoranjei), Bakterien, die auch in Reinräumen überleben (Tersicoccus phoenicis), eine der kleinsten Zwergwespen (Tinkerbella nana) und farblose und daher geistähnliche Schnecken, die in völliger Dunkelheit in einer tiefen Höhle leben (Zospeum tholussum).

science.ORF.at

Mehr über Artenvielfalt: