Standort: science.ORF.at / Meldung: "Eins und Eins ergibt Null"

Lichstrahlen im Dunkel

Eins und Eins ergibt Null

Zwei Lampen sind heller als eine. Dass diese Logik bei Lasern nicht immer stimmt, haben Forscher der TU Wien vor zwei Jahren in Computersimulationen gezeigt. Nun ist es ihnen gelungen, dieses paradoxe Phänomen experimentell zu bestätigen. Zwei Laser schalten sich gegenseitig aus, wenn man sie koppelt.

Laser 17.06.2014

Mehr Energie führt zu Dunkelheit

Die Studie in "Nature Communications":

"Reversing the pump dependence of a laser at an exceptional point" von M. Brandstetter et al.

"Normalerweise hängt die Lichtintensität eines Lasers auf recht einfache Weise von der Energie ab, die man hineinsteckt", erklärte Stefan Rotter vom Institut für Theoretische Physik der TU Wien am Dienstag in einer Aussendung. Wird zu wenig Energie zugeführt, geschieht gar nichts, überschreitet die Energie eine kritische Schwelle, beginnt der Laser zu leuchten. Je mehr Energie zugeführt wird, umso stärker leuchtet er.

Die TU-Forscher konnten jedoch zwei mikroskopisch kleine Laser so miteinander koppeln, dass sie sich gegenseitig ausschalten. Mehr Energie führt dann nicht zu mehr Licht, sondern zu völliger Dunkelheit. Umgekehrt kann auch eine Reduktion der Energiezufuhr dazu führen, dass plötzlich das Licht angeht. Grund für den "Laser-Blackout" ist ein kompliziertes Wechselspiel zwischen Überlagerung und Verstärkung des Lichts.

Gemeinsam mit Kollegen der Universität Princeton haben die Forscher für das Experiment sogenannte Terahertz-Quantenkaskadenlaser mit einem Durchmesser von weniger als einem Zehntelmillimeter verwendet. Ihr Vorteil ist, dass die optischen Eigenschaften genau angepasst werden können.

Die Wissenschafter gehen davon aus, dass solche Laser-Kopplungen zu neuen elektro-optischen Schaltungen führen. So wie elektronische Bauteile Input-Signale zu einem Output-Signal verarbeiten, könnten das auch optische Bauteile tun. Gekoppelte Quantenkaskadenlaser sind leicht auf einem kleinen Chip unterzubringen und bieten in gekoppelter Form ein breites Repertoire an nicht-trivialen Schaltungsmöglichkeiten.

science.ORF.at/APA

Mehr zum Thema: