Standort: science.ORF.at / Meldung: "Täglich Aspirin schützt vor Darmkrebs"

Aspirintablette wird in Wasser getaucht

Täglich Aspirin schützt vor Darmkrebs

Die tägliche Einnahme einer geringen Dosis an Acetylsalicylsäure wirkt offenbar vorbeugend gegenüber Darm-, Magen- und Speiseröhrenkrebs. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Metastudie.

Medizin 06.08.2014

Wissenschaftler vom Zentrum für Krebsprävention der Queen Mary University of London haben erstmals alle einschlägigen Studien zu diesem Thema gesichtet und noch einmal ausgewertet.

Die Hauptergebnisse: Wer täglich 75 bis 100 Milligramm ASS einnimmt, hat - statistisch gesehen - nach zehn Jahren ein um 35 Prozent reduziertes Darmkrebsrisiko (minus 40 Mortalität durch diese Krankheiten), die Gefährdung, an Speiseröhren- oder Magenkrebs zu erkranken sinkt um 30 Prozent. Die Sterblichkeit dadurch sinkt um 35 bis 50 Prozent.

Die Studie

"Estimates of benefits and harms of prophylactic use of aspirin in the general population", Annals of Oncology (5.8.2014; doi: 10.1093/annonc/mdu225).

Mögliche Nebenwirkung: Blutungen

Die Vorteile stellen sich allerdings nur ein, wenn die Dauer der Einnahme mindestens fünf Jahre, besser zehn Jahre, dauert. Die Einnahme sollte im Alter zwischen 50 und 65 Jahren beginnen. Allerdings steigt bei 60-Jährigen bei zehn Jahre lang dauernder Verwendung des Aspirin-Wirkstoffs die Häufigkeit von Magen-Darmblutungen von 2,2 Prozent auf 3,6 Prozent, was bei etwa fünf Prozent der Betroffenen auch zu lebensgefährlichen Komplikationen führen könne, betonen die Wissenschaftler. Außerdem erhöht sich das Risiko für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre um 30 bis 60 Prozent.

"Während es auch zu beträchtlichen Nebenwirkungen kommen kann, dürfte die tägliche Einnahme von Aspirin möglicherweise die wichtigste Maßnahme sein, um die Zahl der Krebsfälle zu reduzieren - nach dem Rauchstopp und der Verringerung von Übergewicht", stellte Cuzick klar.

Ein Problem liegt aber darin, dass auch noch rund 30 Jahre nach der Entdeckung der positiven Effekte einer prophylaktischen Einnahme einer niedrigen Dosis von ASS die optimale Menge noch immer nicht geklärt ist. In der Verhinderung von Herzinfarkt bzw. Schlaganfällen (Hemmung der Blutgerinnung) wurden als "Niedrig-Dosis" zwischen 75 und 325 Milligramm ASS definiert. Doch exakt geklärt ist das somit nicht.

science.ORF.at/APA

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