Standort: science.ORF.at / Meldung: "Vier neue Zentren für Wissenstransfer"

Das Cover des Programmhefts

Vier neue Zentren für Wissenstransfer

Der Übergang von der Wissenschaft zur Anwendung, von den Labors zur Wirtschaft ist im Mittelpunkt des Auftakts der Technologiegespräche in Alpbach gestanden. Noch immer werden zu wenige Erkenntnisse verwertet, hieß es. Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) kündigte die Gründung vier neuer Zentren zu ebendiesem Zweck an.

Technologiegespräche Alpbach 21.08.2014

Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) setzt in ihrem Bereich einen Schwerpunkt in der Unterstützung von produzierenden Unternehmen: 2015 und 2016 werde eine Viertelmilliarde Euro für den Umstieg von Betrieben auf moderne Prozesse zur Verfügung gestellt, so die Ministerin. „Industrie 4.0“ lautete hier das Schlagwort.

Gesteigerte Investitionen, mittelmäßige Performance

Technologiegespräche Alpbach:

Von 21. bis 23. August finden im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach die Technologiegespräche statt, organisiert vom Austrian Institute of Technology (AIT) und der Ö1-Wissenschaftsredaktion. Das Thema heuer lautet "Forschung und Innovation: At the crossroads".

Bereits vorab hat science.ORF.at einige der bei den Technologiegesprächen anwesenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern interviewt:

Links:

Ö1-Hinweise:

Eine Reihe von Sendungen begleitet das Europäische Forum Alpbach 2014 in Ö1. Die Technologiegespräche stehen im Mittelpunkt von Beiträgen in den Journalen, in Wissen aktuell, in den Dimensionen und bei der Kinderuni.

Zwar seien zwischen 2007 und 2012 die Investitionen in Forschung und Entwicklung um 27 Prozent gestiegen, trotzdem liege Österreich aber beim Vergleich der Innovationsleistung europäischer Staaten nur an zehnter Stelle. Das soll sich laut Reinhold Mitterlehner ändern, der Schlüssel liege in der Verknüpfung der beiden Ressorts, für die der Minister zuständig ist: Wissenschaft und Wirtschaft. Er präsentierte zwei konkrete Maßnahmen: Zum einen werden vier neue „Wissenstransferzentren“, so der offizielle Name, gegründet, die wie „Scouts“ Forschungsprojekte mit Anwendungspotenzial an den Universitäten suchen und die Verbindung zu Unternehmen herstellen sollen.

Jeweils eines davon soll es im Westen unter Koordination der Universität Innsbruck geben, im Osten (Koordination: Medizinische Universität Wien), im Süden (Koordination: TU Graz) und eines soll überregional den Themenbereich Lebenswissenschaften/Life Sciences abdecken und von der Universität Wien koordiniert werden. Das vorläufige Budget der Zentren: 11,25 Millionen Euro. Auch der Transfer von Erkenntnissen aus den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften in die Wirtschaft soll gefördert werden. Budget: 2,25 Millionen Euro bis 2018.

Die zweite Maßnahme: Bis Ende 2015 werde eine Strategie ausgearbeitet, wie Patentanmeldungen insbesondere durch kleine und mittlere Unternehmen unterstützt werden können. Derzeit werden in Österreich pro 1.000 Forscher 9,8 Erfindungen im Jahr gemeldet, im EU-Durchschnitt sind es 15,6. Die Zahl zu steigern, präsentierte Mitterlehner als ausdrückliches Ziel der Forschungspolitik.

Industrie 4.0 als neuer Schwerpunkt

Karl Blecha, Reinhold Mitterlehner, Doris Bures, Hannes Androsch

Hans Leitner/ORF

Karl Blecha, Reinhold Mitterlehner, Doris Bures, Hannes Androsch

Auch Infrastrukturministerin Doris Bures präsentierte einen neuen Schwerpunkt der Förderungen ihres Ressorts: die Bewältigung der Umstellung auf Industrie 4.0. Darunter verstehe man die Verschmelzung von Produktions- und Kommunikationstechnologien, den Übergang von der Massen- zur Einzelanfertigung (mehr dazu hier). 250 Millionen Euro stelle ihr Ministerium ab 2015 für diese Umstellung der Industrie zur Verfügung, so Bures.

Außerdem werde die Errichtung von Pilotfabriken gefördert, wo ebenfalls ab 2015 neue Produktionsprozesse getestet werden können. Eine wurde gemeinsam mit der Technischen Universität Wien schon eröffnet, fünf weitere sollen folgen.

Änderungen im Bildungssystem

Der Vorsitzende des Rats für Forschung und Technologieentwicklung, Hannes Androsch, nutzte die Auftaktpressekonferenz, um einmal mehr eine grundlegende Änderung im Bildungssystem zu empfehlen. Denn möglichst viele gut ausgebildete Menschen seien jene Basis, ohne die Forschung und Innovation nicht stattfinden könne.

Elke Ziegler, science.ORF.at

Mehr zu dem Thema: