Standort: science.ORF.at / Meldung: "Fluglärm macht Herzpatienten kränker"

Ein Flugzeug im Landeanflug stößt durch Wolken, dahinter die Sonne

Fluglärm macht Herzpatienten kränker

Schon 2013 haben deutsche Forscher nachgewiesen, dass Fluglärm die Gefäße schädigt und damit zu einem höheren Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle führt. Bei Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung ist das Risiko laut einer neuen Studie noch stärker ausgeprägt.

Medizin 22.08.2014

Untersucht wurden 60 Patienten, die sich freiwillig als Probanden gemeldet hatten. Sie bekamen Geräte mit nach Hause, die sie in manchen Nächten mit Fluglärm beschallten und in anderen nicht.

Die Studie:

"Nighttime aircraft noise impairs endothelial function and increases blood pressure in patients with or at high risk for coronary artery disease" von Frank Schmidt und Kollegen ist am 22.8. in der Zeitschrift "Clinical Research in Cardiology" erschienen.

Simuliert wurden bei einer Versuchsnacht insgesamt 60 Nachtflüge mit einem mittleren Schallpegel von 46 Dezibel, das entspricht dem Geräuschniveau bei niedriger Zimmerlautstärke.

Eigentlich hatten die Mediziner 100 Patienten für die Studie vorgesehen. Doch schon nach der Beschallung von 60 Patienten seien die Ergebnisse so eindeutig gewesen, dass eine Fortsetzung fragwürdig gewesen wäre, sagte der Mediziner und Studienautor Frank Schmidt von der Uni Mainz.

Bemerkenswert sei, dass der Lärm die Gefäße schädige, obwohl die Patienten ihre Herzkreislaufmedikamente einnahmen, erklärte der Mediziner. Der Ärger, den die Patienten aufgrund des Lärms empfanden, und ihre Einstellung zu Fluglärm beeinflussten die Ergebnisse nicht.

science.ORF.at/dpa

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