Standort: science.ORF.at / Meldung: "Teilen von Daten als Grundlage für neue Märkte"

auf einer Computertastatur wird eine blaue Taste gedrückt, auf der "Open access" steht

Teilen von Daten als Grundlage für neue Märkte

Als Gemeingut frei zur Verfügung gestellte Forschungsergebnisse sind nach Ansicht der Wissenschaftsforscherin Katja Mayer von der Uni Wien ein Innovationsmotor. Von dieser Grundlage profitiere auch die Wirtschaft, so Mayer anlässlich der Technologiegespräche Alpbach.

Open Science 23.08.2014

Sie appellierte an Politiker, Wissenschafter und Wirtschaftstreibende, die Weichen zu stellen, dass wissenschaftliche und technische Informationen bis zu einer gewissen Ebene "geshared" (öffentlich geteilt) werden können und dies nicht zu benachteiligen.

"Kultur des Teilens" am Vormarsch

Die Wissenschaftsforscherin Katja Mayer

Hans Leitner/ORF

Die Wissenschaftsforscherin Katja Mayer

Als "Open Science" sei die "Kultur des öffentlich Teilens" auch in der Wissenschaft im Vormarsch. Man solle nun lernen, diese Kultur auch auf institutioneller Ebene aufzugreifen, etwa in Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen.
In den Lebenswissenschaften werde zum Beispiel schon viel mit öffentlichen Informationsplattformen gearbeitet, wo die Nachwuchsforscher auf benötigte Daten anderer Forscher zurückgreifen können und ihre eigenen Ergebnisse zur Verfügung stellen. "In einigen Feldern ist Open Access (freier Zugriff) schon so kultiviert, dass sich Institutionen dem nicht mehr widersetzen können und wollen", meint Mayer.

Bewusstsein schaffen

"Der Begriff 'Commons' hat nichts mit Piraterie zu tun, sondern gibt freien Inhalten ein robustes Nutzungs- und Lizenzmodell", erklärte sie mit Hinweis auf "Bedenken mancher Politiker und Wirtschaftstreibenden".

In der Biologie sei etwa das "Human Genome Project", bei dem die Sequenz des menschlichen Erbguts öffentlich zur Verfügung gestellt wurde, nicht nur Grundlage für viele wissenschaftliche und medizinische Erkenntnisse (zum Beispiel in der Krebstherapie), sondern auch "eine Basis für neue Märkte". Man müsse "dringend ein Bewusstsein für das Innovationspotenzial von offener Wissenschaft und offenem Wissen schaffen".

science.ORF.at/APA

Mehr zum Thema: