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Alfred Nobel, im Hintergrund bläuliche-weiße LEDs

Physiknobelpreis für LED-Forscher

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an die Japaner Isamu Akasaki und Hiroshi Amano sowie an den US-Amerikaner Shuji Nakamura. Die drei Wissenschaftler haben Leuchtdioden (LEDs) entwickelt, die blaues Licht emittieren.

Nobelpreise 2014 07.10.2014

Diese hätten helle und energiesparende Lichtquellen ermöglicht, gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften bekannt. In Signalanzeigen, Autolichtern und Smartphones etwa gibt es diese LEDs bereits.

Der Nobelpreis ist mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 880.000 Euro) dotiert. Die feierliche Überreichung findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

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Ö1-Sendungshinweise

Die Ö1-Journale und Ö1-"Wissen aktuell" berichten in der "Nobelpreiswoche" von 6. bis 10. Oktober über alle Auszeichnungen. Auf science.ORF.at gibt es ebenfalls einen aktuellen Nobelpreisschwerpunkt.

"21. Jahrhundert durch LEDs erleuchtet"

Anfang der 1960er Jahre kam die erste rot leuchtende LED auf den Markt, weitere Farben wie Grün, Orange, Gelb folgten. Doch über drei Jahrzehnte hinweg schaffte es weder die Wissenschaft noch die Industrie, mit diesen auf Halbleiterkristallen beruhenden Leuchtmitteln blaues Licht zu erzeugen - was allerdings Voraussetzung für weiße LED-Lampen ist: "Wenn man Rot, Grün und Blau vereint, bekommt man weißes Licht. Das ist etwas, das schon Isaac Newton gezeigt hat", sagte Per Delsing, Vorsitzender des Nobelkomitees für Physik.

Erst Akasaki und Amano von der Universität Nagoya und Nakamura, der bei der kleinen Firma Nichia Chemicals beschäftigt war, schafften den Durchbruch mit dem Halbleitermaterial Galliumnitrid. "Ihre Erfindung war revolutionär", betont das Nobelpreiskomitee, "während das 20. Jahrhundert durch Glühbirnen erleuchtet wurde, geschieht das im 21. Jahrhundert durch LEDs."

Die Nobelpreisträger für Physik 2014

ASSOCIATED PRESS/EPA

Die Laureaten: Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura

Das Komitee hebt in seiner Begründung die lange Lebensdauer und Energieeffizienz der LEDs hervor. Die Leuchtmittel würden laufend verbessert, mit immer höherer Leuchtkraft. Der aktuelle Rekord liege bei 300 Lumen pro eingesetztes Watt, während Glühlampen nur 16 Lumen pro Watt und Leuchtstoffröhren 70 Lumen pro Watt liefern würden.

Angesichts der Tatsache, dass rund ein Viertel des globalen Stromverbrauchs für Beleuchtung aufgewendet werde, würden LEDs deutlich den Ressourcenverbrauch senken. Das gelte angesichts der langen Lebensdauer - bis zu 100.000 Stunden im Vergleich zu 1.000 bei Glühbirnen und 10.000 Stunden bei Leuchtstoffröhren - auch für das eingesetzte Material.

Zudem seien LEDs auch eine Hoffnung für mehr als 1,5 Milliarden Menschen, die ohne Stromanschluss leben, meint das Nobelpreiskomitee. Denn aufgrund des geringen Stromverbrauchs könnten die Leuchtmittel mit billiger lokaler Solarenergie betrieben werden.

"Auswirkungen überall sichtbar"

Es sei "unglaublich" gewesen zu hören, dass er auserwählt wurde, sagte Nakamura, als das schwedische Nobelkomitee ihn während der Pressekonferenz anrief. Nakamura, der 1954 in Japan geboren wurde und dort studierte, forscht an der Universität von Kalifornien in Santa Barbara. Nach Angaben der Akademie hat er die US-Staatsbürgerschaft.

Die Verbreitung der LEDs würden "Alfred Nobel sehr glücklich machen", sagt Olle Inganäs vom Nobelkomitee. "Wir sehen die Auswirkungen dieser Erfindung, wir sehen sie auf der Straße, überall." Anne L'Huillier vom Nobelkomitee für Physik ergänzte: "Das hier ist wirklich ein Preis für eine Erfindung. Und bei diesen Preisen legen wir sehr viel Wert auf die Nützlichkeit der Erfindung."

Am Montag war der Medizinnobelpreis dem norwegischen Ehepaar May-Britt und Edvard Moser sowie dem britisch-amerikanischen Forscher O'Keefe (USA/Großbritannien) zuerkannt worden - mehr dazu in science.ORF.at. Sie hatten herausgefunden, wie der Orientierungssinn funktioniert.

2013: Preis für "Gottesteilchen"

Im Vorjahr ging der Physiknobelpreis an den belgischen Theoretiker Francois Englert und seinen britischen Kollegen Peter Higgs für die "Entdeckung eines Mechanismus, der zum Verständnis beiträgt, woher subatomare Teilchen ihre Masse bekommen". Durch die Entdeckung des Higgs-Teilchens im Jahr 2012 am Europäischen Kernforschungszentrum (CERN) in Genf waren ihre Vorhersagen weitgehend bestätigt worden.

science.ORF.at/APA/dpa

Die Physiknobelpreise der vergangenen Jahre: