Standort: science.ORF.at / Meldung: "Rasches Abnehmen genauso gut wie langsames"

Frau misst Bauchumfang mit Zentimeterband.

Rasches Abnehmen genauso gut wie langsames

Radikaldiäten sind einer neuen Studie zufolge genauso wirksam wie langsameres Abnehmen: In beiden Fällen sei die Wahrscheinlichkeit gleich hoch, den Großteil der verlorenen Kilos wieder zuzulegen, stellten australische Forscher fest.

Diät 16.10.2014

Die Studie

"The effect of rate of weight loss on long-term weight management: a randomised controlled trial" von Katrina Purcell et al., erschienen am 16. Oktober 2014 in "The Lancet Diabetes & Endocrinology"

Bisher wird Übergewichtigen empfohlen, lieber langsam abzunehmen als ganz schnell, weil das auf Dauer wirksamer sei. Die Wissenschaftler um Joseph Proietto von der australischen Universität Melbourne untersuchten zwei Gruppen von insgesamt 204 Fettleibigen. Eine Gruppe absolvierte ein Diätprogramm von zwölf Wochen, die andere schrittweise über 36 Wochen. Diejenigen, die mehr als 12,5 Prozent ihres Gewichts verloren, wurden dann auf eine drei Jahre weiterführende Diät gesetzt. Am Ende des Versuchs hatten die Teilnehmer in beiden Gruppen im Durchschnitt rund 71 Prozent des Gewichts wieder zugelegt, das sie zuvor verloren hatten.

"Motivation" durch rasches Abnehmen möglich

"Im Gegensatz zur dem weit verbreiteten Glauben, dass schneller verlorenes Gewicht schneller wieder zugelegt wird, zeigen unsere Erkenntnisse, dass die Zunahme nach schrittweisem oder raschem Gewichtsverlust ähnlich ist", hob das Team hervor. Die nun vorgelegten Daten sollten medizinische Empfehlungen zu Diäten bei Fettleibigkeit ändern.

Diätwilligen wird im Allgemeinen eine Gewichtsabnahme von höchstens 500 Gramm pro Woche empfohlen. Die Autoren der Studie stellten nun fest: "Ein schneller Gewichtsverlust kann Teilnehmer auch motivieren, mit ihrer Diät weiterzumachen und bessere Ergebnisse zu erzielen." Ihrer Untersuchung zufolge hatten die Teilnehmer der Schnelldiätgruppe ihr Gewichtsziel häufiger erreicht, und weniger von ihnen brachen das Programm ab. Auf lange Sicht aber lagen beide Gruppen bei den wieder zugelegten Kilos gleichauf.

science.ORF.at/APA/AFP

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