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Glas Milch

Studie: Zu viel Milch könnte schaden

Milchtrinken ist gesund: Diese weit verbreitete Ansicht wird in einer neuen Studie in Zweifel gezogen. Schwedische Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass Menschen, die sehr viel Kuhmilch trinken, früher sterben. Zudem würden Frauen häufiger Knochenbrüche erleiden.

Ernährung 29.10.2014

Allerdings räumen die Autoren der Studie selbst ein, dass es eine Reihe von Fragezeichen bei den Ergebnissen ihrer Untersuchung gibt.

Hohe Sterblichkeit

Die Studie im "British Medical Journal":

"Milk intake and risk of mortality and fractures in women and men: cohort studies" von Karl Michaelsson et al., erschienen am 28. Oktober 2014.

Das Wissenschaftlerteam untersuchte die Daten von 61.000 schwedischen Frauen im Alter zwischen 39 und 74 Jahren, die über 20 Jahre erhoben wurden. Zudem wurden die Daten von mehr als 45.000 Männern zwischen 45 und 79 Jahren hinzugezogen, die über einen Zeitraum von elf Jahren erfasst wurden. Die Freiwilligen machten Angaben zu ihrem Lebensstil, ihren Ess- und Trinkgewohnheiten, ihrem Gewicht sowie unter anderem zu Sport und Rauchen.

Am Ende der langen Untersuchungszeit waren insgesamt 25.500 Menschen gestorben und 22.000 hatten einen Knochenbruch erlitten. Die Auswertung ergab, dass ein hoher Milchkonsum das Risiko für Knochenbrüche nicht gesenkt hatte, sondern sogar "mit einer höheren Todesrate zusammenhängen könnte".

180 von 1.000 jener Frauen, die mindestens drei Gläser Milch pro Tag über einen Zeitraum von zehn Jahren getrunken hatten, sind verstorben. Im Gesamtdurchschnitt waren es 126 von 1.000. Unter jenen, die nur ein Glas Milch oder weniger tranken, lag die Todesrate bei 110 zu 1.000.

Bei Hüftbrüchen lag die Quote für diejenigen Frauen, die viel Milch tranken, bei 42 von 1.000. Der Durchschnitt lag der Studie zufolge bei 35 und für jene, die wenig Milch tranken, bei 31. Bei Männern war der Unterschied bei der Todesrate weniger ausgeprägt, bei der Knochenbruchrate gab es gar keinen.

Zusammenhänge ungeklärt

"Frauen, die drei Gläser Milch oder mehr am Tag tranken, hatten ein 90 Prozent höheres Todesrisiko, ein 60 Prozent höheres Hüftbruchrisiko und ein 15 Prozent höheres Risiko bei Brüchen allgemein verglichen mit jenen, die weniger als ein Glas tranken", sagte Koautor Karl Michaelsson von der Universität von Uppsala.

Laut den Angaben des Wissenschaftlers war das höhere Sterberisiko unabhängig davon, ob es sich um Vollmilch oder etwa Halbfettmilch handelte. Ab etwa zwei Gläsern Milch pro Tag sei das Risiko erhöht gewesen. Für Käse oder Joghurt galt das nicht - im Gegenteil. Eine Erklärung wäre die unterschiedliche Zusammensetzung der Milchprodukte. Anders als Käse enthält Milch viel Laktose, die bei der Verdauung unter anderem in Galactose gespalten wird. Dieser Zucker habe in Tierstudien ein schnelleres Altern und eine kürzere Lebensdauer ergeben.

Allerdings hoben die Wissenschaftler hervor, dass aufgrund ihrer Ergebnisse keine Schlussfolgerungen gezogen und auch keine Empfehlungen zum Milchkonsum abgegeben werden könnten. Weitere Untersuchungen seien nötig. So könne es etwa bei den Knochenbrüchen auch eine umgekehrte Kausalität geben: Menschen mit einem höheren Osteoporose-Risiko könnten vorsorglich mehr Milch trinken, was dann später für die Knochenbrüche verantwortlich gemacht werde.

science.ORF.at/APA/AFP

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