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Die Landung von Philae

Kometenlandung geglückt - gleich zweimal?

Kurz nach 17 Uhr war es so weit: Die erste Landung auf einem Kometen in der Geschichte der Raumfahrt ist gelungen. Im europäischen Weltraumkontrollzentrum in Darmstadt brandete Jubel auf. Nach anfänglicher Unsicherheit, ob "Philae" auf dem Kometen sicher verankert ist, scheint es nun so zu sein, dass der Lander zweimal gelandet ist.

"Rosetta"-Liveticker 12.11.2014

20.44 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Und das war der Liveticker zur "Philae"-Landung - im Namen der Kollegen und Kolleginnen von ZIB, Ö1 und ORF.at wünsche ich eine gute Nacht. Wie es mit der Mission weitergeht: morgen in allen Medien des ORF zu sehen, hören und zu lesen.

20.23 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

"Philae" könnte heute zweimal auf dem Kometen gelandet sein! Diese Hypothese stellte Landungsleiter Stephan Ulamec beim abschließenden Media Briefing des Tages in den Weltraum. "Die Daten, die wir bisher haben, sind schwierig zu interpretieren", meinte der Österreicher. Es scheint aber so zu sein, dass "Philae" zwar ziemlich genau an der geplanten Stelle gelandet ist. Die Harpunen, die den Lander verankern sollten, haben aber nicht funktioniert. Die Daten deuten darauf hin, dass "Philae" daraufhin wieder vom Kometen abgehoben und sich zu drehen begonnen hat. Nach rund zwei Stunden war das aber wieder vorbei, und das könnte dafür sprechen, dass der Lander ein zweites Mal gelandet ist. "Das ist aber Spekulation", betont Ulamec. Morgen Früh wird man mehr wissen - die Daten der wissenschaftlichen Instrumente fließen schon jetzt üppig, sagt Ulamec.

20.12 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain frohlockt: "Philae hat überlebt, wir sind auf der Oberfläche!"

19.47 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Die ESA hat das nächste Media Briefing um eine halbe Stunde verschoben, auf 20 Uhr - ob das ein gutes Zeichen ist?

19.35 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

"Tschuri"-Ansicht kurz vor dem "Touchdown":

Tschuri aus der Nähe

DLR

Die Aufnahme stammt vom DLR

19.14 Uhr, Gudrun Stindl, Ö1 aus Darmstadt

Hier wird gefeiert - in wenigen Minuten soll es neue Informationen geben, was die sichere Verankerung von "Philae" betrifft ...

Sekt in Darmstadt

Gudrun Stindl, ORF

Noch sind nicht alle Flaschen leer

18.55 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

So sieht Tschuri aus - aufgenommen von "Philae" in drei Kilometer Entfernung, vor der Landung:

Tschuri aus der Nähe

DLR

Die Kometenoberfläche

18.16 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at
Die ersten Reaktionen aus Österreich:

  • "Ich bin glücklich, dass das Ding unten ist." (Wolfgang Baumjohann, Direktor des Instituts für Weltraumforschung IWF der Akademie der Wissenschaften, das an fünf Instrumenten von "Rosetta" beteilig ist)
  • "Ein wunderschöner Moment. Europa ist gelandet, und Österreich ist mit dabei." (Pascale Ehrenfreund, Astrobiologin und Präsidentin des Wissenschaftsfonds FWF, an zwei Instrumenten von "Rosetta" beteiligt)
  • "Das werden noch unsere Kinder in den Geschichtsbüchern finden." (Harald Posch, Vorsitzender des Rates der europäischen Weltraumorganisation ESA und Leiter der österreichischen Agentur für Luft-und Raumfahrt)

17.56 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Vielleicht an dieser Stelle die Erinnerung an ein Lied aus dem Jahr 1971 mit dem schönen Text "Rosetta, are you better, are you well, well, well ..." - das Video auf YouTube.

17.43 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Zwiespältige Nachrichten von der DLR in Köln: Philae sei zwar "sanft gelandet", aber es gibt Probleme mit den Harpunen, die den Lander auf der Oberfläche des Kometen fixieren sollten - möglicherweise haben sie nicht funktioniert, erklärte der technische Leiter des "Philae"-Landeteams, Koen Geurts.

17.29 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

"Hollywood is good, but Rosetta is better", hieß es in einer der Dankesreden, die man bei der ESA-Liveübertragung verfolgen kann.

Illustration der Landung

ESA

Künstlerische Illustration zum Stand der Dinge

17.09 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Jubel und Applaus in Darmstadt - die Landung ist geglückt. Die Forscher strecken die Daumen nach oben - PHILAE IST GELANDET, bestätigt Landungsleiter Stephan Ulamec.

16.58 Uhr, Gudrun Stindl, Ö1 aus Darmstadt

Die Spannung hier ist fast unerträglich - auch für uns Journalisten ...

16.24 Uhr, Jens Lang, ZIB
Der Countdown läuft: In wenigen Minuten soll Philae auf dem Kometen aufsetzen. Ob das Manöver glückt oder nicht, wird dann per Signal an die Bodenstation auf der Erde gemeldet - 28 Minuten später wird die Information dort eintreffen. Die erste Meldung gibt es in der ZIB um 17 Uhr.

16.22 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Und das ist die tadschikische Astronomin Swetlana Gerassimenko (links). Sie hat gemeinsam mit Klim Tschurjumow 1969 einen Kometen entdeckt, der in einer halben Stunde Geschichte schreiben könnte ...

Swetlana Gerassimenko

ESA

Im deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln

15.52 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Und hier ist das erste Foto, das "Rosetta" vom Lander geschossen hat - nach der Abkoppelung. Keine schlechte Auflösung - wenn man bedenkt, dass es 500 Millionen Kilometer entfernt von der Erde gemacht wurde!

erstes Bild von Philae

ESA

"Philae" segelt Richtung "Tschuri", die Landebeine sind ausgefahren

15.40 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Landungsleiter Stephan Ulamec ist - rund eine Stunde vor der Landung - optimistisch: Momentan rotiere "Philae" alle neun Minuten um die eigene Achse - wie geplant. "Alles schaut gut aus", sagt er im europäischen Weltraumkontrollzentrum in Darmstadt. Der Lander ist richtig positioniert.

15.23 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Die ESA hat soeben das erste Bild präsentiert - es zeigt "Rosetta", aufgenommen vom Landegerät "Philae", das um 9.30 Uhr vom Orbiter abgekoppelt wurde.

das erste Bild von Philae

ESA

Die Sonne blendet "Philae" ein wenig - das Bild wurde knapp nach der Abkoppelung gemacht

15.01 Uhr, Jens Lang, ZIB

Den größten Teil des Weges hat Philae jetzt zurückgelegt. In rund eineinhalb Stunden wird es richtig spannend, wenn die Landung bevorsteht. Musikproduzent Vangelis, in den 1980er Jahren der Synthesizer-König, hat den Soundtrack für den finalen Countdown schon fertig:

14.35 Uhr, Gudrun Stindl, Ö1 aus Darmstadt

Die Distanzen, die die Signale überwinden müssen, sind riesengroß. Nochmals Gunther Lautenschläger: "Neil Armstrong war auf dem Mond eine Lichtsekunde von der Erde entfernt. Das Licht der Sonne braucht acht Minuten, bis wir es sehen. Der Komet 'Tschuri' ist derzeit 28 Lichtminuten von der Erde entfernt - das ist also 1.600-mal mehr als die Entfernung zum Mond."

14.30 Uhr, Gudrun Stindl, Ö1 aus Darmstadt

Warum kann der Lander "Philae" nicht direkt mit der Erde "sprechen"? Gunther Lautenschläger, Projektleiter für "Rosetta" beim Raumfahrtkonzern Airbus Defense and Space, erklärt es: "'Philae' ist ein hochvirtuoses Gerät, mit zehn wissenschaftlichen Instrumenten. Es ist aber sehr klein und hat deshalb auch keine Antenne, die direkt mit der Erde kommunizieren kann. Es liefert seine Signale an 'Rosetta', dessen 2,20-Meter-Antenne leitet sie an die Erde weiter - konkret: nach Australien, wo eine 30-Meter-Antenne steht, die dann mit Darmstadt kommuniziert.

13.29 Uhr, Jens Lang, ZIB

ZIB-Wissenschaftschef Günther Mayr macht sich bereit fürs erste Livegespräch des heutigen Tages - weitere werden folgen.

Günther Mayr im ZIB-studio

ORF

Im Studio

13.23 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Diese Animation haben unsere ZIB-Kollegen gemacht, um die Abkoppelung des Landegeräts "Philae" vom Kometenorbiter "Rosetta" sowie die Landung danach zu zeigen:

Video abspielen

13.10 Uhr, Gudrun Stindl, Ö1 aus Darmstadt

Mittag in Darmstadt

Gudrun Stindl, ORF

Mittagessen bei der ESA in Darmstadt

12.41 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Die ESA bestätigt: "Philae" hat seine Landebeine ausgefahren - good news!

12.20 Uhr, Gudrun Stindl, Ö1 aus Darmstadt

Letzte Nacht stand die Mission auf der Kippe, man hätte sie beinahe verschieben müssen, aber dann kam das "Go". Nun gibt es Probleme mit einer Düse. Wie gravierend das sein könnte, erklärt der Landungsleiter Stephan Ulamec heute im Ö1-Mittagsjournal: "Der Lander hat ein Kaltgassystem, das ist ein Drucktank, der mit Stickstoff gefüllt ist, und eine Düse, die den Lander beim Auftreffen auf den Kometen nach oben drücken soll. Heute Nacht haben wir versucht, eine Klappe zu öffnen, und das hat offenbar nicht geklappt. Es gibt nun zwei Möglichkeiten. Entweder der Drucksensor hinter der Düse funktioniert nicht - das wäre die gute Variante. Oder wir haben das Kaltgassystem nicht mehr zur Verfügung und können den Lander nicht mehr an die Oberfläche des Kometen drücken. Das würde bedeuten, dass die Landung noch ein bisschen schwieriger wird."

12.07 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Erneut Applaus der ESA-Forscher im Webcast: Der Orbiter "Rosetta" empfängt Signale vom Landegerät "Philae" - es segelt wie geplant in Richtung "Tschuri".

11.12 Uhr, Gudrun Stindl, Ö1 aus Darmstadt

So sieht der Komet "Tschuri" aus - bzw. ein Modell, das die ESA hier vorgestellt hat:

Tschuri-Modell

Gudrun Stindl, ORF

Die Quietschente im Weltraum

10.12 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Der österreichische Landungsleiter der Mission, Stephan Ulamec, sagt im ESA-Webcast: "Ich bin erleichtert." Die Telemetriedaten zeigen, dass die Landeeinheit "Philae" wie geplant zum Kometen "Tschuri" unterwegs ist.

10.07 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Soeben kommt die Bestätigung der ESA: Philae hat sich erfolgreich von Rosetta getrennt und auf die Reise zum Kometen gemacht.

8.59 Uhr, Jens Lang, ZIB

Das geht ja gut los: Die ESA meldet ein Problem mit dem Triebwerk, das kurz vor dem Aufsetzen den Landestoß abfedern sollte. Wenn "Philae" zu schnell aufsetzt, könnte er von der Oberfläche abprallen und auf Nimmerwiedersehen im All verschwinden. "Jetzt brauchen wir Glück: Hoffentlich setzen wir nicht ausgerechnet auf einem Felsbrocken oder einer steilen Stelle auf", sagt der Landemanager.

8.43 Uhr, Jens Lang, ZIB

Im europäischen Weltraumkontrollzentrum in Darmstadt steigt die Spannung: "Rosetta and Philae are GO for separation", schreibt die ESA. 20 Jahre Arbeit stehen auf dem Spiel. Um 9.35 Uhr soll sich "Philae" von "Rosetta" lösen.

8.37 Uhr, Lukas Wieselberg, science.ORF.at
Guten Morgen, das Landemanöver hat begonnen - auch bei science.ORF.at

8.20 Uhr, Jens Lang, ZIB

Auch bei unseren Kollegen vom ZDF in Mainz ist heute die Landung auf dem Kometen eines der wichtigsten Themen: Der ESA-Projektleiter Gerhard Schwehm erklärt soeben live, dass er sich fühle wie vor dem ersten Kuss - ein bisschen kribbelig, ein bisschen flau im Bauch. Das vermutlich schönste Statement zur heutigen Mission.

8.00 Uhr, Gudrun Stindl, Ö1 aus Darmstadt

Ein Schnappschuss des "Rosetta"-Forschers Matt Taylor ...

Matt Taylor

Gudrun Stindl, ORF

... der seinen Beruf in die Haut geschrieben hat - ein eindeutiges Tattoo auf seinem Oberschenkel:

Taylor-Tattoo

Gudrun Stindl, ORF

Der Forscher lässt die Hose runter

7.32 Uhr, Jens Lang, ZIB

Einen schönen guten Morgen aus dem ZIB-Newsroom im ORF-Zentrum auf dem Küniglberg. Für Sie berichten hier heute Ö1-Wissenschaftsredakteurin Gudrun Stindl aus dem ESA-Kontrollzentrum im Darmstadt, science.ORF.at-Redakteur Lukas Wieselberg aus dem Funkhaus in der Argentinierstraße und ZIB-Wissenschaftsredakteur Jens Lang aus dem ORF-Zentrum.

7.00 Uhr, Gudrun Stindl, Ö1 aus Darmstadt

"Rosetta" liegt in der Zielgeraden - hier der Beitrag aus dem Ö1-Morgenjournal